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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen werden an Atemluftgeräte für Reinigungsarbeiten in Tanks der Petrochemie gestellt?

KomNet Dialog 4138

Stand: 23.08.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Anforderungen und Eigenschaften von PSA

Dialog
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Frage:

Unsere Firma ist mit der Reinigung von Tanks in der Petrochemie beschäftigt. Bei der Arbeit unter Atemluft verwenden wir eine Sicherheitseinheit (Safety-unit). In der Safety unit ist ein Niederigdruckkompressor, der die Arbeiter mit Atemluft versorgt. Der Kompressor nutzt Aussenluft, aus diesem Grund ist er mit Sensoren und Sicherheitsvorkehrungen ausgerustet. Bei einer Luftverschmutzung schaltet der Kompressor automatisch um auf Flaschenversorgung. Frage: Durfen wir mit dieser Safety unit in Deutschland arbeiten?

Antwort:

In Deutschland gelten insbesondere die folgenden Anforderungen an Atemschutzgeräte:

1. Auswahl und Einsatz des Atemschutzgerätes erfolgen auf Grundlage einer durch den Arbeitgeber durchgeführten Gefährdungsbeurteilung. In dieser Gefährdungsbeurteilung wurden u. a. Art und Umfang, Dauer und Wahrscheinlichkeit des Risikos für den Arbeitnehmer geprüft. Dabei wurden insbesondere die Art und Konzentration des/der vorhandenen Schadstoffs/Schadstoffe berücksichtigt.

2. Das Atemschutzgerät muss zertifiziert, d. h. mit Konformitätserklärung des Herstellers und CE-Kennzeichnung versehen, sein.
Anmerkung: Die Konformitätserklärung erstellt der Hersteller, nachdem eine gemeldete Stelle für ein Modell des Atemschutzgeräts eine EG-Baumusterprüfbescheinigung ausgestellt und das fertige Atemschutzgerät einer Qualitätssicherungskontrolle unterzogen hat. Die BG-Info 693 des DGUV enthält eine Auflistung der zertifizierten Atemschutzgeräte.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Frischluft-Druckschlauchgerät, welches in explosionsfähiger Atmosphäre eingesetzt werden soll. Zu beachten ist hier zusätzlich, dass

- der elektrische Oberflächenwiderstand der verwendeten Schläuche zwischen 1 Kiloohm und 100 Megaohm liegen sollte

- Geräte mit Vollmaske und Regelventil bis zum 1000-fachen Grenzwert (höchstzulässige Konzentration an Schadstoff in der Umgebungsatmosphäre) eingesetzt werden dürfen, Geräte mit Halbmaske und Regelventil sowie Geräte mit Haube oder Helm bis zum 100-fachen des Grenzwerts eingesetzt werden dürfen

Weitere Anforderungen zur Beurteilung, ob vorgenannte Geräte in Deutschland eingesetzt werden dürfen, sind in der EN 138 (Atemschutzgeräte - Frischluft-Schlauchgeräte in Verbindung mit Vollmaske, Halbmaske oder Mundstückgarnitur) und der EN 269 (Atemschutzgeräte - Frischluft-Druckschlauchgeräte mit Motorgebläse in Verbindung mit Haube) enthalten. DIN EN Normen erhalten sie beim Beuth-Verlag.

Siehe auch die Informationen des Sachgebietes Atemschutz der BG´en: http://www.dguv.de/fb-psa/de/forschung/atemschutz/index.jsp .