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KomNet-Wissensdatenbank

Ist die Installation einer Dauerüberwachung für Laborabzüge verpflichtend oder kann darauf verzichtet werden?

KomNet Dialog 4055

Stand: 04.08.2008

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
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Frage:

In der BG-Chemie-Richtlinie BGR 120 wird in Absatz 3.2.1.8 die Überwachung von Laborabzügen durch eine selbsttätig wirkende Einrichtung als Voraussetzung für den Betrieb genannt. Nach Absatz 11.5 kann die sonst obligatorische jährliche Prüfung der lufttechnischen Funktion bei Einsatz einer Dauerüberwachung entfallen. Im Umkehrschluß muß danach die jährliche Prüfung erfolgen, wenn keine Dauerüberwachung vorliegt. Ist die Installation einer Dauerüberwachung für Laborabzüge (z.B. auch bei Installation von Gebrauchtmobiliar) verpflichtend oder kann darauf verzichtet werden?

Antwort:

In der BGI 850-0 ist unter der Ziffer 4.11.1 dargelegt, dass die einwandfreie lufttechnische Funktion jedes Abzuges durch eine selbsttätig wirkende Einrichtung überwacht sein muss, d.h. das Vorhandensein des Abluft-/Fortluftstroms wird überwacht.

In einem Fehlerfall, z.B. zu geringer Fortluftstrom, kein Luftstrom, erfolgt dann die geforderte optische oder akustische Alarmierung.

Hieraus kann der Rückschluss gezogen werden, dass entsprechend der Ziffer 11.5 der BGR 120 die jährliche Prüfung der lufttechnischen Funktion entfallen kann – aber nur diese Prüfung.

Die regelmäßige jährliche Überprüfung eines Abzuges umfasst aber auch noch andere Kontrollen, wie z.B.
- die allgemeine Sichtkontrolle des sicherheitstechnischen Zustands des Abzuges,
- die Kontrolle der Frontschiebermechanik auf Leichtgängigkeit,Verkantungen und Geräusche; ggf. sind je nach Einsatzbedingungen auch Seile und Gewichte auf Schäden zu prüfen.

Die genannten Anforderungen aus der BGR 120 entsprechen im Übrigen den Anforderungen aus der der TRGS 526 "Laboratorien".

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz i. V. m. § 7 Gefahrstoffverordnung ist grundsätzlich der gesamte Arbeitsraum einschließlich der technischen Einrichtungen und die von den Beschäftigten durchgeführten Tätigkeiten zu betrachten. Alle hiervon ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten sind zu beurteilen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Anforderungen, welche an den sicheren Betrieb eines Abzuges gestellt werden, sind nur ein Teil der Gefährdungsbeurteilung.

Hinweis: Die BGR 120 und die TRGS 526 werden zur Zeit überarbeitet. Nähere Informationen hierzu finden Sie  unter folgendem Link: http://www.analytik-news.de/Presse/2008/303.html .