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KomNet-Wissensdatenbank

Was ist beim Austausch von Schiebetüren gegen Schwenktüren in einem Aufzugstriebwerkraum zu beachten?

KomNet Dialog 4041

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
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Frage:

In Aufzugstriebwerkräumen in einem Gebäude (Errichtung Anfang der 70er-Jahre) sollen jetzt aus Brandschutzgründen im Rahmen einer Asbest-Sanierung die vorhandenen Schiebetüren gegen Schwenktüren getauscht werden. 1) In welche Richtung müssen diese Türen öffnen? 2) In welcher Vorschrift finden sich Regelungen (BetrSichV, ???)? 3) Wenn aus Platzgründen das Öffnen der Türen nach außen nicht möglich ist, wäre dann auch ein Schwenken nach innen zulässig, wenn zusätzlich folgendes geregelt wäre: a) Die Tür bleibt geöffnet, solange ein Mitarbeiter sich in diesem Raum aufhält und (!) b) die Tür wird mit einer Feststellanlage inkl. automatischer Brandauslösung ausgestattet. 4) Wenn nicht zulässig, T-30-Schiebtüren einauen?

Antwort:

Der Betrieb einer Aufzugsanlage unterliegt den Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Auf der Grundlage der Ergebnisse einer sicherheitstechnische Bewertung (§ 15 BetrSichV) und der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV) sind grundsätzlich die notwendigen Maßnahmen (Prüffristen, Schutzmaßnahmen) festzulegen.
In den technischen Regeln für Aufzüge, TRA 200 - Personenaufzüge, Lastenaufzüge, Güteraufzüge werden unter Ziffer 205 Anforderungen an den Triebwerksraum beschrieben. Unter Ziffer 205.3 wird für Zugänge von Triebwerksräumen folgendes konkretisiert:
(1) Zugangswege zu Triebwerksräumen müssen sicher und ungehindert begangen werden können.
(2) Zugangswege und Türöffnungen müssen eine Höhe von mindestens 1,8 m haben; Schwellen und Brüstungen bis zu einer Höhe von 0,4 m bleiben unberücksichtigt.
(3) Zugangstüren zu Triebwerksräumen dürfen nicht nach innen aufschlagen.
(4) Fußbodenklappen als Zugänge zu Triebwerksräumen müssen nach oben aufschlagen und umgelegt werden können oder mit Feststellvorrichtungen versehen sein; dies gilt nicht für Klappen, die mit Einschubtreppen verbunden sind.
(5) Zugänge zu Triebwerksräumen müssen durch ein Schloss mit einem besonders geformten Schlüssel gegen Zutritt Unbefugter gesichert sein und von innen ohne Hilfsmittel geöffnet werden können.
(6) Ein Schlüssel zum Triebwerksraum kann unter Glas unmittelbar neben dessen Zugangstür aufbewahrt werden.
(7) Zugangstüren zu Triebwerksräumen müssen folgende Aufschrift tragen:
"Aufzug-Triebwerksraum Zutritt nur Befugten gestattet".

Hinweis:
Gemäß der unter § 27 BetrSichV aufgeführten Übergangsvorschrift gelten die technischen Regeln bezüglich ihrer betrieblichen Anforderungen bis zur Überarbeitung durch den Ausschuss für Betriebssicherheit und ihrer Bekanntgabe fort.

Allgemeine Informationen und Erläuterungen zur Öffnungsrichtung von Notausgangstüren sind in den Dialogen 1295 und 3592der KomNet – Datenbank aufgeführt.

Soll die Triebwerkstür entgegen der technischen Regel nach innen aufschlagen, müsste der Sachverhalt in der Gefährdungsbeurteilung betrachtet und müssten Ersatzmaßnahmen festgelegt werden.
Ob die in der Fragestellung vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichend wären, kann von hier aus nicht abschließend beurteilt werden. Diese Fragestellung sollte mit der mit den Prüfungen der Aufzugsanlage beauftragten sachverständigen Stelle / zugelassenen Überwachungsstelle und ggf. mit der zuständigen Aufsichtsbehörde erörtert und geklärt werden.

Stand: Februar 2006