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Muss für Schweißgeräte ein Explosionsschutzdokument erstellt werden?

KomNet Dialog 3997

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Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument

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Frage:

Muss für Schweißgeräte ein Explosionsschutzdokument erstellt werden?

Antwort:

Zur Beantwortung der Frage gehen wir von Gas-Schweiß- und -Schneidarbeitplätzen, die ortsbeweglich eingesetzt werden, aus:

Schweißarbeiten in Bereichen mit Brand- und Explosionsgefahr sind selbstverständlich zu betrachten. Deshalb muss der Arbeitgeber durch eingehende Besichtigung der Arbeitsstelle und seiner Umgebung im Einzelfall prüfen, ob es sich um einen derartigen Bereich handelt. Das Vorhandensein brennbarer Stoffe, die sich durch schweißtechnische Arbeiten in Brand setzen lassen, bedeutet stets einen Bereich mit Brandgefahr. Wenn die Brand- und Explosionsgefahren vollständig beseitigt werden können, handelt es sich nicht mehr um Bereiche mit Brand- und Explosionsgefahr; es sind somit keine weiteren Maßnahmen zu veranlassen. Vorrangig sollte sein, schweißtechnische Arbeiten in Bereichen mit Brand- und Explosionsgefahr zu vermeiden (vergl. Kapitel 5. 2 der BGI 554 "Gasschweißer").

Das Betreiben (z.B. Gasentnahme) von Druckgasbehältern mit brennbaren Gasen fällt unter den Regelungsbereich der Gefahrstoffverordnung und Betriebssicherheitsverordnung. Konkretisierungen finden sich zur Zeit noch in dem technischen Regelwerk z.B. der TRG 280 "Allgemeine Anforderungen an Druckgasbehälter - Betreiben von Druckgasbehältern".
Hinweis: Die "alten" technischen Regeln gelten bezüglich ihrer betrieblichen Anforderungen bis zur Überarbeitung durch den Ausschuss für Betriebssicherheit und ihrer Bekanntgabe durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fort (§ 27 Abs. 6 BetrSichV). 

Nach Ziffer 8.1.9 der TRG 280 muss jeder zum Entleeren angeschlossene Druckgasbehälter für brennbare oder sehr giftige Gase von einem Schutzbereich umgeben sein. Diese Schutzbereiche sind für Druckgasbehälter mit brennbaren Gasen Zone 2 nach BetrSichV. Eines Schutzbereiches bedarf es nicht
1. bei Einzelflaschen zum Schweißen, Schneiden und verwandten Arbeitsverfahren,
2. bei Einzelflaschen für Propan/Butan mit einem zulässigen Füllgewicht bis 14 kg,
3. ......

Das bedeutet, dass für kleinere nicht ortsfeste Schweiß- und Schneidarbeitsplätze (mit Einzelflaschen) formal kein Explosionsschutzdokument erforderlich ist.

Unabhängig davon ist bei relevanten Tätigkeiten mit den Arbeitsmitteln, Gefahrstoffen oder der Arbeitsumgebung immer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. In der Gefährdungsbeurteilung werden die Brand- und Explosionsgefahren normalerweise betrachtet und kurz abgehandelt. Unter Zuhilfenahme der erwähnten Regeln und Informationen dürfte die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung kein Problem darstellen.

Spezielle Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind ggf. unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten und können mitunter zu einer neuen Einschätzung führen.