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Wieviele Liter hoch-, leicht- und entzündliche Stoffe dürfen während 24 Stunden in Arbeitsräumen gelagert werden? Wie muss gelagert werden?

KomNet Dialog 3941

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

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Frage:

Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten in Arbeitsräumen - Wurden nun die neuen Technische Regeln aufgrund der BetrSichV veröffentlicht? (da im Prinzip die Erlaubnisbedürftigkeit nicht mehr nötig ist). - Wieviele Liter hoch-, leicht- und entzündliche Stoffe dürfen heutzutage während 24 Stunden in Arbeitsräumen gelagert werden? Müssen in diesem Fall die Chemikalien in Sicherheitschränken gelagert werden oder genügt ein Schrank mit feuerbeständigen Gittern und natürlich gesonderte Lagerung? - Wenn die Lagerung `permanent` ist, wie gross ist das Lagervolumen?

Antwort:

Die Lagerung von Gefahrstoffen ist in der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV (z.B. Anhang III Nr. 1)  und teilweise in der Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV geregelt.
Die Betriebssicherheitsverordnung hat die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten - VbF und andere Verordnungen für überwachungsbedürftige Anlagen abgelöst. Speziell die Technische Regel für brennbare Flüssigkeiten - TRbF 20„Läger“ beschreibt die Anforderungen an die Lagerung von entzündlichen (brennbaren) Flüssigkeiten. Die technischen Regeln gelten gemäß den Übergangsvorschriften des § 27 BetrSichV bis zu ihrer Überarbeitung und Verkündung fort. Bislang liegen keinen neuen überarbeiteten technischen Regeln vor.
Unter dem Erlaubnisvorbehalt stehen u.a. Lageranlagen, Füllstellen und Tankstellen im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 Buchstabe a bis c für leichtentzündliche oder hochentzündliche Flüssigkeiten (§ 13 Abs. 1 Nr. 3 BetrSichV).
Demnach stehen Lageranlagen für leichtentzündliche oder hochentzündliche Flüssigkeiten mit einem Gesamtrauminhalt von mehr als 10.000 Litern unter dem Erlaubnisvorbehalt.

Unzulässig ist die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten
1. in Durchgängen und Durchfahrten,
2. in Treppenräumen,
3. in allgemein zugänglichen Fluren,
4. auf Dächern von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Bürohäusern und ähnlichen Gebäuden sowie in
5. in Arbeitsräumen,
6. in Gast- und Schankräumen.

Einschränkung für Arbeitsräume: Sicherheitsschränke im Sinne der TRbF 20 (Anhang L) sind besondere Einrichtungen mit einem Rauminhalt von höchstens 1.000 Litern mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit (FWF) von mindestens 20 Minuten. Sie dienen der Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in verschlossenen Gefäßen innerhalb eines Arbeitsraumes. D.h. Sicherheitsschränke sind immer dann erforderlich, wenn die Lagerung von Gefahrstoffen im Arbeitsraum erfolgen soll oder die gelagerte Menge bestimmte Mengengrenzen übersteigt oder Zusammenlagerungsverbote bestehen (z.B. sehr giftige oder giftige Stoffe mit selbstentzündlichen oder brandfördernden Stoffen).
Ein Schrank mit feuerbeständigen Gittern entspricht nicht den Anforderungen.

In Kellerräumen von z.B. Wohnhäusern werden bei bestimmten Lagermengen keine besonderen Anforderungen gestellt. Die Nr. 5.3.1 der TRbF 20 gibt Freigrenzen von 20 Litern AI und 20 Litern AII oder B-Flüssigkeiten in sonstigen Gefäßen an. Oberhalb der Menge sind besondere Auflagen erforderlich, die sich u.a. aus der TRbF 20 ergeben. Es sollten aber trotzdem bestimmte grundlegende Anforderungen eingehalten werden. So ist ein Feuerlöscher in der Nähe empfehlenswert. Die Lagerung sollte nur in geeigneten Behältnissen erfolgen. Weiterhin sollten die Lagerbehälter nicht im Laufweg abgestellt werden und gegen Herabstürzen bei Regallägern gesichert werden.
Das Lagervolumen wird anhand der Gebindegröße ermittelt.
Für die Kleinmengenlagerung von Gefahrstoffen existiert ein Merkblatt (pdf) des Amtes für Arbeitsschutz Hamburg.