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Ist für die Aufbewahrung von 50 Druckgaspackungen (UN 1950) und 10 l Brennspiritus ein Explosionsschutzdokument erforderlich?

KomNet Dialog 3937

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument

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Frage:

Ist für die Aufbewahrung von ca. 50 Druckgaspackungen (UN 1950) und ca. 10 l Brennspiritus in einem Ersatzteillager ein Explosionsschutzdokument erforderlich, sofern die Gebinde in der untersten Regalebene gelagert werden? Das Ersatzteillager wird nicht mit Flurförderzeugen befahren, eine Beschädigung der Verpackungen ist demzufolge nicht möglich.

Antwort:

Anforderungen für den Umgang und die Lagerung von Druckgaspackungen ergeben sich u.a. aus der Technischen Regel für Druckgase - TRG 300 - Druckgaspackungen.

Für die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten ist die Technische Regel für brennbare Flüssigkeiten - TRbF 20 - Läger heranzuziehen.

Das reine passive Lagern in zulässigen Behältnissen ist in Abhängigkeit der Art der Lagerung und der Menge zu betrachten. Kann ein Umfallen und Aufplatzen oder Umfüllen und Verschütten innerhalb des Lagers ausgeschlossen werden, dürfte kein explosionsgefährdeter Bereich entstehen können. Wird in dem Lager  auch abgefüllt, muss geklärt werden, ob eine gefahrdrohende Menge an explosionsfähiger Atmosphäre auftreten kann. Hierzu können die Ausführungen der BGR 104 -Explosionsschutz-Regeln (Ex-Rl) unter Kapitel D.1.3 helfen. Beim offenen Umfüllen kann die Menge an explosionsfähiger Atmosphäre immer gefahrdrohend werden. Das Explosionsschutzdokument kann aber entsprechend der Tätigkeit sehr kurz gehalten werden.

Grenzmengen für Druckgaspackungen mit entzündlichen Inhaltsstoffen sind hier nicht bekannt. Wir empfehlen die Frage mit ihrer zuständigen Arbeitsschutzbehörde abzuklären.

Wenn das Auftreten gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre sicher ausgeschlossen werden kann, ist formal kein Explosionsschutzdokument erforderlich.

Unabhängig davon ist bei relevanten Tätigkeiten mit den Arbeitsmitteln, Gefahrstoffen, der Arbeitsumgebung und bei Transporten immer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. In der Gefährdungsbeurteilung werden die Brand- und Explosionsgefahren normalerweise betrachtet und kurz abgehandelt. Unter Zuhilfenahme der erwähnten Regeln und Informationen dürfte die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung kein Problem darstellen. 

Für die Kleinmengenlagerung von Gefahrstoffen existiert ein  Merkblatt des Amtes für Arbeitsschutz Hamburg.