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KomNet-Wissensdatenbank

Unterliegt unsere Holzfeuerungsanlage nicht mehr der Störfallverordnung?

KomNet Dialog 3871

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Störfallanlagen

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Frage:

Wir betreiben seit Jahren eine Holz-Feuerungsanlage nach 4. BImSchV (ca. 1,8 MW). Die Anlage wird mit Holzspänen betrieben, die aus der laufenden Produktion anfallen. Dazu existiert ein Silo mit ca. 200 m³ Spänen und 4 Filterhäusern. Die Filterhäuser sind so mit dem Silo so verbunden, dass aus den Filtern in das Silo Späne eingeblasen werden können. Aufgrund der alten Störfallverordnung von 2000 unterlagen wir den Grundpflichten dieser VO wegen der Größe des Silos von 200 m³. Unsere Frage nun: In der neuen StörfallV ist der Anhang VII entfallen, der die Größe von 50 m³ Siloinhalt vorgab. Fällt dadurch unsere Feuerungsanlage mit dem Silo und den 4 Filterhäusern aus der Betrachtung heraus? Unterliegt die Anlage nicht mehr der 12. BImSchV?

Antwort:

Mit der Störfallverordnung von 2005 wurde der AnhangVII aufgehoben. Ursächlich hierfür ist der politische Wille, dass europäisches Recht (Seveso-Richtlinie) nach Möglichkeit nur noch 1:1 in nationale Vorschriften umgesetzt werden soll.

Mit dem Wegfall des Anhangs VII ist auch das Einstufungskriterium „explosionsfähiges Staub- /Luftgemisch“ entfallen. Das bedeutet, dass das Vorhandensein von explosionsfähigen Staub- /Luftgemischen nicht mehr die Zuordnung eines Betriebes unter die 12. BImSchV begründen kann.

Hinsichtlich der Anforderungen an den Explosionsschutz in Holzfeuerunsanlagen/Silos ist im Bereich nationaler Vorschriften die Betriebssicherheitsverordnung als maßgeblich anzusehen.