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Kann der Einzelne schon vor einer Influenzapandemie etwas tun?

KomNet Dialog 3864

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

Dialog
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Frage:

Gibt es Empfehlungen, welche Schutzmaßnahmen der Einzelne schon vor einer Influenzapandemie ergreifen sollte?

Antwort:

Durch eine Impfung mit dem verfügbaren und für die aktuelle Saison angepassten Influenza-Impfstoff ist man zwar nicht vor einer H5N1-Infektion geschützt, aber eine solche Schutzimpfung kann bei entsprechender Symptomatik und Krankengeschichte die Diagnostik erleichtern. Da eine gleichzeitige Infektion mit den derzeit zirkulierenden menschlichen Influenzaviren und dem Vogelgrippevirus A/H5N1 jedoch die Gefahr einer Neukombination beider Viren birgt und damit das Risiko der Entstehung eines von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus entsteht, kann für Personen, die in den betroffenen Regionen Kontakt zu Geflügel haben könnten, eine Influenza-Schutzimpfung mit dem aktuell zugelassenen Impfstoff erwogen werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Influenza-Schutzimpfung erst nach etwa zwei Wochen den vollen Schutz bietet.

Im Pandemiefall können die Impfstoffhersteller ihre Produktionskapazität nicht beliebig steigern. Daher trägt eine hohe Durchimpfungsrate vor einer Pandemie indirekt dazu bei, auch für den Pandemiefall vorzusorgen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung allen Personen über sechzig Jahren, solchen mit bestimmten Grunderkrankungen und denjenigen, die beruflich ein höheres Influenzarisiko haben, insbesondere Ärzten sowie Pflegekräften im Krankenhaus und im Altenpflegebereich.

Aufgrund der Diskussion um die Vogelgrippe wollen sich in diesem Jahr nach einer Umfrage deutlich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen als in den vergangenen Jahren. Damit es nicht zu einem Engpass bei der Impfung der Gruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung kommt, hat das Robert Koch-Institut gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, zunächst die Impfung der durch die jährliche Grippewelle besonders gefährdeten Gruppen durchzuführen. Ab Ende November 2005 können sich entsprechend der Verfügbarkeit des Impfstoffes weitere Impfwillige impfen lassen.
Eine individuelle Bevorratung mit antiviralen Medikamenten wird nicht empfohlen. Zum einen gibt es nicht ausreichend Medikamente. Außerdem sind diese Arzneimittel rezeptpflichtig, da sie unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen. Das ist wichtig, da Unterdosierungen die Entstehung von resistenten Wildviren begünstigen können. Daher wird die Bevorratung durch die Bundesländer empfohlen.

Stand: Februar 2006