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Worin unterscheidet sich eine „normale“ Grippe von der Vogelgrippe?

KomNet Dialog 3857

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

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Frage:

Worin unterscheidet sich eine „normale“ Grippe von der Vogelgrippe?

Antwort:

Das klinische Bild einer „üblichen“ Influenza-Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein. Es reicht von symptomarmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang. In der Regel ist die Erkrankung gekennzeichnet durch plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39° C, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockenen Reizhusten.

Das Vogelgrippevirus H5N1 hat in Asien bei einigen Menschen nach engem Kontakt zu Geflügel schwere Erkrankungen (häufig mit tödlichem Ausgang) verursacht. Das klinische Bild beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen. Im weiteren Verlauf kommt es vielfach zu Lungenentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden und Erhöhungen der Leberwerte, wie auch zu einer starken Verminderung der Blutkörperchen und -plättchen. Ein Teil der Patienten entwickelt Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen und kann an einem Multiorganversagen versterben.

Ein verändertes H5N1 (das eine Pandemie erst dann auslösen könnte, wenn es leicht von Mensch zu Mensch übertragbar wäre) oder ein ganz anderes neuartiges Influenzavirus könnten aber auch abweichende Symptome verursachen. 

Das Vogel-Influenzavirus, das momentan in Südostasien bei Geflügel identifiziert wurde, ist ein Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Die „normalerweise“ vorkommenden und in der menschlichen Bevölkerung zirkulierenden Influenzaviren sind entweder vom Typ A, Subtyp H1N1 oder Subtyp H3N2, oder Influenza B-Vieren. Bei Influenza B-Viren werden keine Subtypen unterschieden. Es handelt sich also um ein Virus, das bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierte.

Stand: Februar 2006