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Kann eine ärztliche Beurteilung eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung für strahlenexponierte Personen ersetzen?

KomNet Dialog 3777

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungsinhalte

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Frage:

Wenn bei einer arbeitsmedizinischen Vorsorge für strahlenexponierte Personen (Kat. A) statt einer Untersuchung nur eine ärztliche Beurteilung durch den Betriebsarzt vorgenommen wird, muss diese dann in einer bestimmten Form erfolgen? Beispiele: Muss der Mitarbeiter einen Fragebogen ausfüllen, genügen die Auswertungen der Dosimeter? Kann eine solche Beurteilung die jährliche Untersuchung ersetzen?

Antwort:

Generell besteht nach der Strahlenschutz- und Röntgenverordnung und der entsprechenden Kommentierung in den Hinweisen zur Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen bei strahlenexponierten Personen die Möglichkeit, jede zweite Vorsorgeuntersuchung durch eine ärztliche Beurteilung zu ersetzen. Dies kann aber nur in bestimmten Fällen unter Vorlage der Expositionsdaten und ggf. nach Lage des Falles weiterer Informationen erfolgen. Die Entscheidung, ob auf eine Untersuchung zu Gunsten einer Beurteilung verzichtet werden kann, obliegt der untersuchenden, ermächtigten Ärztin bzw. dem untersuchenden, ermächtigten Arzt.

Ein Ausfüllen eines Fragebogens (zu medizinischen Fragen) stellt eine besondere Form der Vorgeschichtenerhebung (Anamnese) im Rahmen einer (Vorsorge-)Untersuchung dar.

Aus fachlich arbeitsmedizinischer Sicht sollte von der Beurteilung nur sehr zurückhaltend Gebrauch gemacht werden, um dem eigentlichen Schutzziel der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei strahlenexponierten Personen gerecht zu werden. Der Untersuchung mit Vorgeschichtenerhebung ist in der Regel der Vorzug zu geben.

ergänzende Literatur:
Jansing, P.-J., Ewen K.
Aktuelle Entwicklungen im Strahlenschutz bei beruflich Exponierten
Dtsch Med Wochenschr, 128: 326-329 (7/2003)