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Belastung durch Lichtmangel an Dauer-Rissprüfplätzen

KomNet Dialog 3773

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

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Frage:

An Dauer-Rissprüfplätzen darf aufgrund der technischen Anforderungen die Beleuchtungsstärke nicht mehr als 20 lx betragen. Stellenweise haben wir in diesen Arbeitsbereich nur Lichtstärken von 0,6-0,9 lx. Die Mitarbeiter können zusätzlich zu den üblichen Pausenzeiten bedingt durch die Losgrößen ca. 2 - 3 x je Schicht den Dunkelbereich kurzzeitig verlassen (zur Auftragsan- und abmeldung). Liegt hierbei in Sinne des Gesundheitsschutzes eine Belastung vor? Wie sollte, wenn vorliegend, diese Belastung gemildert werden? Gibt es Grenzwerte, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, Empfehlungen, Pausenregelungen im Umgang mit Lichtmangel?

Antwort:

Grenzwerte für niedrige Beleuchtungsstärken sind nicht bekannt. Sicherlich ist eine dauerhaft niedrige Beleuchtungsstärke belastend. Im Wesentlichen sinkt bei niedriger Umgebungsbeleuchtung das allgemeine und psychosoziale Aktivierungsniveau. Die Folgen sind herabgesetzte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Störung des Tagesrhythmus.

Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, die sich mit sog. photobiologischen Fragen befassen. Hier sind jedoch keine Grenzwerte bzw. Grenzwertempfehlungen bekannt. Belegt hingegen sind positive Auswirkungen von Licht auf die Stimmungslage etc. bzw. Neigung zu Depressionen etc. bei Lichtmangel.
Allerdings ist aus arbeitsmedizinischer Sicht zu überprüfen, ob diese Belastung durch `Lichtpausen` kompensiert oder gemildert werden kann. Denkbar wäre z. B. ein Arbeitsplatz im Wechsel mit anderen Tätigkeiten. Hierdurch könnten `Dunkelphasen` von begrenzter Dauer in einen Arbeitsablauf mit `normalem` Beleuchtungsniveau eingestreut und dabei auch auf mehrere Personen verteilt werden.

Es bleibt mithin nur die Möglichkeit, im Zusammenhang mit der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz unter Einschaltung von Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft die Belastungssituation zu minimieren und damit mögliche Gefährdungen hinsichtlich psychomentaler Belastungen zu vermeiden.