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In einem gut belüfteten Flugzeugtank müssen Fotoaufnahmen gemacht werden. Welche Auflagen müssen beachtet werden?

KomNet Dialog 3692

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

In einem gut belüfteten Flugzeugtank müssen Fotoaufnahmen gemacht werden, darf dafür einen Digitalcamera (6 V) ohne Blitz benutzt werden? Der Tank wird ohne Atemschutz begangen. Welche Auflagen müssen beachtet werden?

Antwort:

Die Konzeptionen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gehen davon aus, dass eine explosionsfähige Atmosphäre (explosionsfähiges Gemisch) in gefahrdrohender Menge auftritt oder auftreten kann und somit gefährlich werden kann. Dies bezeichnet man als explosionsgefährdeten Bereich, was damit verknüpft ist, dass besondere Schutzmaßnahmen für die Aufrechterhaltung des Schutzes von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer oder Anderer erforderlich werden (vergl. § 2 Absätze 9 u. 10 BetrSichV).

In Verbindung mit Anhang I Nr. 1 der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV wird der Arbeitgeber verpflichtet, bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen die Verhinderung der Bildung gefährlicher explosionsfähiger Gemische als erste Maßnahme durchzuführen. Dies kann üblicherweise
- durch Substitution der Stoffe, die die gefährlich explosionsfähige Atmosphäre hervorrufen, oder
- der Einschränkung der Bildung dieser Stoffe durch technische Lüftung oder Inertisierung, oder
- durch die Beseitigung (z.b. Absaugen) der Stoffe erreicht werden. 

Sollten die von ihnen beschriebenen Lüftungsmaßnahme die Verhinderung der Bildung einer gefährlich explosionsfähigen Atmosphäre zur Folge haben, so muss dieser Zustand der "Ex-freiheit" ggf. strichprobenartig oder dauernd messtechnisch (ortsfeste und/oder persönliche Gaswarngeräte) überwacht werden. Die Ergebnisse sollten dokumetiert werden.

Weiterhin ist zu prüfen, ob relevante Arbeiten nicht per Arbeitserlaubnisscheinverfahren durchgeführt werden müssen, in dem besondere Schutzmaßnahmen festgelegt werden, die über das im Normalbetrieb notwendige Maß hinausgehen.

Die BetrSichV bzw. die GefStoffV sehen u.a. folgende organisatorischen Schutzmaßnahmen (Schutzmittel für Arbeitnehmer) vor:
- Unterweisung der Beschäftigten
- Schriftliche Arbeitsanweisungen
- Arbeitsfreigabesystem für Tätigkeiten
- Evtl. angemessene Aufsicht stellen
- Einsatz von Gaswarngeräten
- Wenn erforderlich geeignete Persönliche Schutzausrüstung und Rettungsgerät zur Verfügung stellen
- Überprüfung der Explosionssicherheit durch befähigte Personen

Für konkrete Festlegungen bitten wir Sie, sich mit dem zuständigen Staatlichen Amt für Arbeitsschutz oder Staatl. Gewerbeaufsichtsamt in Verbindung zu setzen und die Fragen vor Ort zu klären.
In Nordrhein-Westfalen erreichen sie Ihr zuständiges Staatl. Amt für Arbeitsschutz unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/ansprechpartner_beratung/bezirksregierungen/index.php .