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KomNet-Wissensdatenbank

Kann der Konsum von Cannabis am Arbeitsplatz festgestellt werden? Welche Kriterien sind bzgl. Cannabiskonsum und Maschinenbedienung zu beachten?

KomNet Dialog 3632

Stand: 08.08.2005

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Besondere Zielgruppen > Suchtgefährdete, Süchtige

Dialog
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Frage:

Welche Kriterien sind ausschlaggebend für den Einsatz eines gelegentlich Cannabis konsumierenden Mitarbeiters an Maschinen? Gibt es eine Möglichkeit, den aktuellen Konsum rasch und zuverlässig vor Ort festzustellen (analog dem Röhrchentest beim Alkohol)? Der gängige Urintest weist ja auch einen Konsum nach, der längere Zeit zurück liegen kann, aber die aktuelle Arbeitsfähigkeit u.u. nicht mehr betrifft

Antwort:

Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, durch eine Gefährdungsbeurteilung die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln und die nötigen Arbeitsschutzmaßnahmen festzulegen sowie umzusetzen. Hierbei ist auch ein (gelegentlicher) Drogenkonsum zu berücksichtigen. Der Arbeitgeber muss hier im Einzelfall festlegen, ob und in welchen Bereichen der betroffene Arbeitnehmer eingesetzt werden kann. Dies sollte in enger Kooperation mit dem Betriebsarzt, der Sicherheitsfachkraft und dem Betriebsrat erfolgen.

Der akute Konsum von Cannabisprodukten lässt sich nur durch die Untersuchung einer Blut- bzw. Blutserumprobe auf THC nachweisen. THC wird im Blut in der Regel innerhalb weniger Stunden (6 - 10 Stunden) abgebaut.

Bei Polizeikontrollen im Strassenverkehr kommen Schnelltests wie z.B. "Drugwipe" zum Einsatz. Ein positiver Befund bei diesen Schnelltests muss aber durch Bluttests bestätigt werden. Nähere Informationen zum Schnelltest Drugwipe erhalten Sie über die Internetseiten der Herstellerfirma: www.securetec.net

Hilfreiche Informationen zur Drogenproblematik und -prävention erhalten Sie auch von
- der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Internet:www.dhs.de oder
- g!nko - Stiftung für Prävention (Koordination der Suchtvorbeugung NRW) Internet: www.ginko-stiftung.de/default.aspx