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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Möglichkeiten des Nachweises von Methylbromid im eigenen Körper gibt es?

KomNet Dialog 3616

Stand: 07.10.2006

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

Dialog
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Frage:

Wie sieht es aus mit den Möglichkeiten des Nachweises der Folgen im eigenen Körper im Umgang mit Methylbromid begaster Ware. Mein Kollege und ich sind seit 10 Monaten mit diesem Problem beschäftigt, da wir regelmäßig Ware aus extrem stinkenden Containern entladen müssen und Beschwerden haben, die vermutlich auf den Umgang mit diesem Gas zurückzuführen sind.

Antwort:

MAK- und BAT-Werte-Liste 2005
Für Methylbromid, hier Brommethan genannt, gibt es im biologischen Material nur einen BLW (Biologischer Leitwert) - er ist die Menge eines Arbeitsstoffmetaboliten, die als Anhalt für die zu treffenden Schutzmaßnahmen heranzuziehen ist. BLWs gibt es für gefährliche Stoffe, für die es keinen anderen Grenzwert gibt, d.h. für krebserzeugende bzw. krebsverdächtige Stoffe.
Für den BLW wird in der Regel eine Arbeitsstoffbelastung von 8 Std. täglich maximal und 40 Std. wöchentlich über die Lebensarbeitszeit zugrunde gelegt. Auch bei Einhaltung des BLW ist das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht sicher auszuschließen. Es sind Konzentrationen von Brommethan anzustreben, die möglichst weit unterhalb des BLWs liegen.
Bestimmt wird Bromid im Plasma oder Serum, BLW = 12 mg/l (siehe auch http://www.uke.de/institute/arbeitsmedizin/downloads/universitaetsprofessur-arbeitsmedizin/ZfA_Newsletter_1_2005.pdf ) .
Probennahme: nach mehreren vorausgegangenen Schichten (Ende der Woche!).

Auf Grund der Schwierigkeiten in der eindeutigen Bestimmung sollten sie ihren Betriebsarzt oder die Personalvertretung im Betrieb ansprechen. Sie haben auch das Recht sich an die zuständige Abreitsschutzverwaltung zu wenden (auch anonym). Die zuständige Behörde erreichen sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de. Über den rechten Scrollbalken erreichen sie auch die Behördern anderer Bundesländer. 

(Der ZfA Newsletter ist auch über den folgenden Link zu erreichen: 3616/hh_sv1/ZfA_Newsletter_1_2005.pdf )