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Welchen Umfang haben die Aufgaben des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators gemäß Baustellenverordnung und wie umfänglich ist der SiGe-Plan?

KomNet Dialog 3594

Stand:

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Baustellenkoordinatoren

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Frage:

Decken die Aufgaben des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators gem. §§ 2 und 3 BaustellV die Aufgaben des Koordinators gem. Abschnitt 5 der BGR 128 bzw. die Inhalte der TRGS 524 und die Aufgaben des geforderten Koordinators in Abschnitt 5.4.4 der TRGS 519 ab oder sind diese Koordinatoren gesondert zu bestellen? Ist der in Abschnitt 5.2, BGR 128 bzw. Abschnitt 4.7, TRGS 524 und Abschnitt 5.3, TRGS 519 geforderte Arbeits- und/oder Sicherheitsplan mit dem nach § 2 Nr. 3, BaustellV zu erstellenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan abgedeckt oder handelt es sich um mehrere sogenannte Pläne mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad ?

Antwort:


Bei der BGR 128, der TRGS 524 sowie der TRGS 519 und darüber hinaus bei der BaustellV handelt es sich um Vorschriften die unterschiedliche Arbeitsbereiche betreffen; zum einen handelt es sich um Satzungsrecht, zum anderen um eine gesetzliche Bestimmung.

Die Aufgabenbereiche der o.g. Vorschriften sind unterschiedlich definiert und erfordern gezielte Sachkenntnisse. Auch die Voraussetzungen für das Tätigwerden des Koordinators sind unterschiedlich. (BGR 128 - Kontaminierte Bereiche, TRGS 524 - Technische Regel - Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen, TRGS 519 ... Asbest).

Im Vergleich dazu sind Aufgaben des Koordinators nach der BaustellV eindeutig in der RAB 30 - Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen - beschrieben und beinhalten nicht die Sachkundenachweise der vorgenannten Vorschriften. Insofern kann nur dann ein Koordinator bestellt werden wenn die Einzelnachweise geführt werden können bzw. der Koordninator nach BaustellV die weiteren Voraussetzungen nach BGR und TRGS erfüllt. 


Die in der BGR sowie in der TRGS geforderten Arbeits- und / oder Sicherheitspläne sind nicht mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan nach der BaustellV abgedeckt. Können jedoch bei entsprechender Sachkunde des Baustellenkoordinators im Detail mit eingearbeitet werden. Im Regelfall handelt es sich bei den Plänen nach BGR und TRGS um Detailpläne die über das Maß des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans hinausgehen. Das bedeutet konkret, dass im SiGe-Plan unter dem Thema, z.B. Asbest, auf den weitergehenden Arbeits- und Sicherheitsplan (als Detailplan) hingewiesen werden kann.
Die Pläne sind also nicht vergleichbar.


Die Aufgaben des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators ergeben sich inhaltlich aus der RAB 30 und sind im Wesentlichen unter Nr. 3 der RAB 30 beschrieben. Verständnis für diese Aufgaben ist jedoch nur dann vorhanden, wenn die Qualifikation des Koordinators, beschrieben unter den Nummern 4.1-4.4 der gleichen RAB, vorhanden ist. Der Umfang des SiGe-Plans wird bestimmt durch das Bauvorhaben bzw. die Bautätigkeit (der Aufwand für ein 4 Familienwohnhaus ist weitaus geringer als z.B. die Errichtung eines Altenwohnheimes mit ca. 100 Betreuungsplätzen, Tiefgarage, Cafeteria, Küche etc.) Form und Inhalt des SiGe-Plans nach der BaustellV ergeben sich aus der RAB 31, insbesondere aus der Nummer 3 folgende.
Daraus ergibt sich, dass eine Festlegung des Gesamtumfanges für die Erstellung und für den Inhalt des SiGe-Plans pauschal nicht möglich ist.

Weitere Hilfen und Downloads finden sie auf der Seite der Arbeitsschutzverwaltung NRW unter: http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/baustellen/index.php und der BAU-BG unterhttp://www.infopool-bau.de/site/inh_plan.htm .