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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es bei einem Trocknungsmittel auf Silikagelbasis Sicherheits-, Arbeitsschutz- oder Umweltbedenken?

KomNet Dialog 3476

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

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Frage:

Wir wollen weltweit ein Trocknungsmittel für Transformatorenentfeuchter freigeben. Das Mittel ist auf Silicagel Basis und enthält einen Indikator, der den Umschlag trocken/feucht anzeigt. Nach Sicherheitsdatenblatt enthält das Mittel > 97% Silikagel, bis 1% Magnesiumchlorid und < 0,25% Kupferchlorid. Das Material wird durch Erhitzen regeneriert und wieder eingesetzt. Gibt es irgendwelche Sicherheits-, Arbeitschutz- oder Umweltbedenken?

Antwort:

Während Silikagel und Magnesiumchlorid nicht als gefährliche Stoffe eingestuft sind, handelt es sich bei Kupferchlorid um einen Gefahrstoff gemäß der Gefahrstoffliste der RL 67/548/EWG. Kupferchlorid ist als gesundheitsschädlich - Xn und R22 eingestuft und mit gesundheitsschädlich - Xn und umweltgefährdend - N zu kennzeichnen.
Die Berücksichtigungsgrenze für Stoffe mit Xn und R22 in Zubereitungen liegt bei 1%. Eine Kennzeichnung des Trocknungsmittels nach gefahrstoffrechtlichen Vorschriften entfällt demnach. Weitere arbeitsschutzrelevante Werte, die beim Umgang mit Kupferchlorid zu beachten sind, können der GESTIS-Stoffdatenbank http://www.dguv.de/ifa/de/gestis/stoffdb/index.jspentnommen werden. Grundsätzlich ist zu empfehlen, bei der Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen einen auf dem Gebiet des Gefahrstoffrechtes versierten Dienstleister, z.B. überbetrieblichen sicherheitstechnischen oder arbeitsmedizinischen Dienst, zu beteiligen. Adressen finden sie unter http://www.gqa.de .
Inwieweit die Arbeitsplatzgrenzwerte beim vorgesehenen Umgang relevant sind, muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Auf die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes und der Gefahrstoffverordnung  weisen wir insofern hin.