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Fallen Tauchanzüge unter die Richtlinie für Persönliche Schutzausrüstung?Benötigen sie eine Baumusterprüfung?

KomNet Dialog 3425

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.14.7)

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Frage:

Fallen Tauchanzüge unter die Richtlinie für Persönliche Schutzausrüstung? Benötigen sie eine Baumusterprüfung ?

Antwort:

Tauchanzüge fallen unter den Anwendungsbereich der PSA–Richtlinie unabhängig davon, ob sie für den professionellen Bereich oder für private Zwecke benutzt werden.
Bereits in den neunziger Jahren hat sich der Ständige Ausschuss bei der ÉU - Kommission mit der Thematik Tauchanzüge befasst und hat diese Anzüge in Kategorie II der Richtlinie 89/686 EWG eingestuft. Zunächst wurde diese Einstufung nur für Tauchbekleidung vorgenommen, die bei der Arbeit verwendet wird oder ausschließlich für Rettungszwecke bestimmt ist. Bereits Ende 1999 hat man diese Einstufung auf ALLE Tauchanzüge – auch für private Zwecke bestimmte Tauchanzüge – ausgeweitet.

Für PSA der Kategorie II ist eine EG-Baumusterprüfung nach Artikel 10 der Richtlinie erforderlich, mit der eine zugelassene Prüfstelle feststellt und bescheinigt, dass das geprüfte PSA – Modell den einschlägigen Bestimmungen der Richtlinie entspricht. Danach stellt der Hersteller im Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahren die EG – Konformitätserklärung aus und kennzeichnet das Produkt mit dem CE – Zeichen als äußeres Kennzeichen für die Konformität mit der Richtlinie.
Die Konformitätserklärung muss unter anderem den Namen, Anschrift und Kennnummer der beim Konformitätsbewertungsverfahren beteiligten Prüfstelle beinhalten.
Tauchanzüge ohne CE- Zeichen und ohne EG – Baumusterprüfbescheinigung entsprechen nicht den Anforderungen der PSA – Richtlinie und dürfen nicht in Verkehr gebracht werden.