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KomNet-Wissensdatenbank

Wie muss eine Schwarz-Weiß-Anlage in einer Abwasseranlage beschaffen sein?

KomNet Dialog 3419

Stand: 04.07.2005

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Wasch- und Umkleideräume

Dialog
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Frage:

Betr.: Schwarz-Weiß-Anlagen Bei Bauarbeiten an in Betrieb befindlichen Abwasseranlagen ist (gem. ASR und TRBA sowie GUV und BGV) das Vorhandensein einer Schwarz-Weiß-Anlage erforderlich. In keiner dieser Vorschriften ist jedoch erleutert, wie diese Anlage beschaffen sein muss. Hier gibt es m.E. folgende Möglichkeiten: 1. ein Umkleideraum (schwarz und weiß) mit Doppelspinden (für Arbeits- bzw. Straßenkleidung)und eine Dusche oder 2. Ein Umkleideraum (schwarz) mit Spind für Arbeitskleidung, eine Dusche und ein Umkleideraum (weiß) mit Spind für Straßenkleidung Welche Variante muss ich wählen, um den Vorschriften zu genügen?

Antwort:

Variante 2 ist unter Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte geeignet:

Eine Schwarz-Weiß-Anlage besteht vorzugsweise aus zwei durch einen Waschraum getrennte Räume/Bereiche: 

  •  Ein Raum/Bereich dient als sog. weißer Bereich dem Ablegen, Aufbewahren und späteren Wiederanlegen der Straßenkleidung. 
  •  Der sich idealerweise anschließende Mittelteil enthält die sanitären Einrichtungen (Waschbecken, Duschen).
  • An den Mittelteil schließt sich der sog. schwarze Bereich an, der dem Anlegen und späteren Aufbewahren der Arbeitskleidung dient.

In der TRBA 220 „Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen“ unter Punkt 6.3 finden sich weitere Hinweise.

Die Beschaffenheit und Ausrüstung von Umkleide- und Waschräumen sind auch in den Arbeitsstätten-Richtlinien ausführlich beschrieben: ASR 34/1-5 Umkleideräume und ASR 35/1-4 Waschräume.


Weitere Erläuterungen:

Bauarbeiten in abwassertechnischen Anlagen sind nicht gezielte Tätigkeiten im Sinne der Biostoffverordnung (BiostoffV). Der Arbeitgeber ist nach § 7 BiostoffV verpflichtet eine Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten durchzuführen.
Der Arbeitgeber hat, dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung entsprechend, Schutzmaßnahmen durchzuführen:

  • Unterweisung der Beschäftigten anhand der zu erstellenden arbeitsbereichs- und stoffbezogenen Betriebsanweisung.
  • Auswahl der geeigneten, technischen, hygienischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen sowie der persönlichen Schutzausrüstung.

Die jeweils notwendigen Schutzmaßnahmen sind abhängig von den konkret auszuführenden Tätigkeiten.

Vorschrift:
TRBA 500„Allgemeine Hygienemaßnahmen : Mindestanforderungen“

TRBA 220„Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen“