Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Muss für regelmäßige Begasungen ein Koordinator schriftlich bestellt werden?

KomNet Dialog 3413

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Begasungen

Dialog
Favorit

Frage:

Auf dem Gelände eines Betriebes für Exportverpackungen wird regelmäßig Verpackungsholz von einer externen Fachfirma mit giftigen Begasungsmitteln behandelt. Muß hierzu ein Koordinator schriftlich bestellt werden oder kann dies auch mündlich geschehen?

Antwort:

Eine schriftliche Bestellung hat Vorteile. Die Bestellung des Koordinators läßt sich möglicherweise auch aus Dokumenten seiner Tätigkeit gegenüber  den beteiligten Firmen ableiten. Wenn der Koordinator nicht tätig wird gilt ohnehin: Verantwortlicher Adressat der Gefahrstoffverordnung (hier: § 17) bleibt der Arbeitgeber. Dagegen hilft auch eine schriftliche Bestellung nichts. Die fehlende Koordination zwischen dem örtlichen Betrieb und der mobil agierenden Begasungsfirma kann als Ordnungswidrigkeit mit einem empfindlichen Bußgeld von bis zu 10.000 EUR geahndet werden. Bei konkreter Gefährdung von Personen muß mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet werden.

Bei wiederkehrenden Begasungsvorgängen der genannten Art sollte der örtliche Betrieb hierzu für seine eigenen Beschäftigten eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung nach § 7(6) GefStoffV mit bezeichneten Maßnahmen vorliegen haben, die auch den Einsatz eines Koordinators umfassen.