Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

In welchen Betriebsvereinbarungen sind Regelungen zu `Arbeitszeitflexibilisierung und Qualifizierung` getroffen worden?

KomNet Dialog 3383

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Arbeitszeitgestaltung

Dialog
Favorit

Frage:

Gibt es Betriebsvereinbarungen zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung und Qualifizierung? Können Sie uns Beispiele nennen?

Antwort:

Betriebliche Vereinbarungen zur Verbindung von Arbeitszeitflexibilisierung und Qualifizierung sind beispielsweise bei der Deutschen Shell AG, der Deutschen Postbank AG und der DEBIS AG getroffen worden:

  • Die Deutsche Shell AG bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Anhang zum Entgelttarifvertrag vom 4.8.94 an, freiwillig ihre Kompetenz erweitern zu können. Die Weiterbildungsveranstaltungen finden innerhalb der Dienstzeiten statt. Hierfür werden Freizeiten der Beschäftigten verrechnet, die sie aufgrund der Arbeitszeitverkürzung (AZV-Tage) oder infolge von Zusatzfreischichten (ZFS) erlangt haben. Soweit derartige Freizeiten für die Teilnahme an den Schulungsmaßnahmen nicht ausreichen, können auch abzufeiernde Überstunden sowie eine entsprechende Anzahl von FR-Tagen (gleitende Arbeitszeit), die zu diesem Zwecke zusammen genommen werden können, angerechnet werden.
  • Die Deutsche Postbank AG will vor allem die Teamstrukturen bei ihren Beschäftigten fördern und gibt diesen daher sehr viel Handlungsfreiheit. Der Tarifvertrag "Teamarbeit" vom 20.9.95 beinhaltet bezüglich der Qualifizierung der Arbeitskräfte die folgende Regelung: Die Teams stellen für jedes Kalenderjahr einen Qualifizierungsplan auf, in dem die Teilnahme der Teammitglieder an Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen des Fortbildungsangebotes festgelegt wird. Der aufgestellte Qualifizierungsplan wird mit der Abteilungsleitung abgestimmt. Zur Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen werden die Beschäftigten im erforderlichen Umfang unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit freigestellt. Die Kosten für die Fortbildung übernimmt die Postbank.
  • Bei der DEBIS AG wurde im Ergänzungstarifvertrag vom 3.9.98 festgelegt, dass der Arbeitgeber die Kosten und den Zeitaufwand der Bildungsmaßnahmen, die für die Erfüllung der aktuellen und geplanten Aufgaben erforderlich sind und vorrangig den Charakter einer Einarbeitung in neue Projekte haben oder unternehmensspezifische Arbeits- und Vorgehensweise, Systeme und Prozesse betreffen, trägt. Bei sonstigen Qualifizierungsmaßnahmen, die zwischen dem Vorgesetzten und dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vereinbart werden, teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte den Zeitaufwand, der für die Qualifizierungsmaßnahme benötigt wird, je zur Hälfte. Die anfallenden Kosten für die Weiterbildung trägt hingegen weiterhin der Arbeitgeber. Die Beschäftigten haben für solche Bildungsmaßnahmen einen jährlichen Mindestanspruch von fünf Arbeitstagen. Dieser Anspruch kann innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren angesammelt und gebündelt werden. Diese "angesammelte" Zeit wird bei der DEBIS AG auf einem Fünf-Jahres-Konto angesammelt und kann entweder für Qualifizierungsmaßnahmen oder für Blockfreizeiten genutzt werden. Innerhalb von fünf Jahren können au diesem Wege maximal 550 Stunden angespart werden. Nicht genutzte Guthaben der Fünf-Jahres-Konten werden nach fünf Jahren in ein Lebensarbeitszeitkonto überführt.

Stand: Sept. 2005