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KomNet-Wissensdatenbank

Reicht es bei Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln, diese alleine über einen Reparaturschalter abzusichern?

KomNet Dialog 3364

Stand: 21.08.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Reparaturen, Wartungsarbeiten

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Frage:

Reicht es bei Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln diese alleine über einen Reparaturschalter abzusichern oder ist zusätzlich auch ein Ziehen der Sicherung bzw. Abklemmen zur Spannungsfreiheit vorzunehmen? Die BGV A 3 verlangt in § 6 Abs. 2 das Einhalten von Sicherheitsregeln, die meiner Meinung nach durch Einsatz eines Reparaturschalters eingehalten werden.

Antwort:

§ 6 Abs. 2 der BGV A3 fordert die Herstellung des spannungsfreien Zustandes und die Sicherstellung dieses Zustandes für die Dauer der Arbeiten. Erläuterungen dazu gibt die Durchführungsanweisung zu § 6 Abs. 2. Hiernach hat das Herstellen des spannungsfreien Zustandes vor Beginn der Arbeiten und dessen Sicherstellung an der Arbeitsstelle für die Dauer der Arbeiten unter Anwendung der fünf Sicherheitsregeln zu erfolgen:
- Freischalten
- Gegen Wiedereinschalten sichern,
- Spannungsfreiheit feststellen,
- Erden und Kurzschließen,
- Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken.
Schaltet der Reparaturschalter den in Frage kommenden Bereich allpolig ab und kann (bzw. wird) er gegen Wiedereinschalten gesichert werden, so reicht diese Maßnahme aus. Ein zusätzliches Ziehen der Sicherung bzw. Abklemmen ist normalerweise nicht erforderlich, es sei denn, es sind besondere betriebliche oder örtliche Verhältnisse zu berücksichtigen, die spezielle Schutzmaßnahmen erforderlich machen. Diese sind dann in den einschlägigen DIN/VDE-Vorschriften zu finden.
Die Entscheidung, ob besondere betriebliche oder örtliche Verhältnisse zu berücksichtigen sind, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz zu treffen.