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KomNet-Wissensdatenbank

Muss ein Materiallager, in dem nicht ständig gearbeitet wird, beheizbar sein?

KomNet Dialog 3357

Stand: 21.07.2010

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Raumtemperaturen

Dialog
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Frage:

Ist es zulässig -wenn ja, unter welchen Bedingungen-, eine Lagerhalle durch eine Zwischenwand in zwei getrennte Bereiche aufzuteilen, wobei nur noch der wesentlich kleinere Bereich geheizt werden soll und das große Materiallager nicht mehr oder nur noch geringfügig? Laut ASR müßte die Temperatur in der Halle bei mittelschwerer Arbeit mindestens 17°C betragen. Die Mitarbeiter sind nicht ständig im Materiallager, aber auch schon mal 2-4 Stunden am Stück. Ist also eine Temperaturabsenkung oder Einstellung der Heizung im Materiallagerbereich zur wirtschaftlichen Optimierung zulässig? Wenn ja, welche Maßnahmen müssen müssen dann getroffen werden?

Antwort:

Bei den geschilderten Randbedingungen in Ihrer Frage dürfte die Umgestaltung des Lagers, wobei der Materialbereich nicht geheizt werden soll, eher kritisch gesehen werden.

Sie haben beschrieben, dass eine Nutzung des Materiallagers von wenigen Minuten bis zu 2-4 Stunden am Tag betragen kann. Bei einer Nutzung von mehr als 2 Stunden täglich wird von einem ständigen Arbeitsplatz ausgegangen. Die Nutzung des Bereichs durch die Arbeitnehmer und deren Schutz überwiegt somit dem berechtigten Interesse des Arbeitgebers an der Kostenreduktion.

Demzufolge ist, wie in Ihrer Frage erwähnt, eine geeignete Raumtemperatur während der Benutzung durch Arbeitnehmer zu gewährleisten. Was geeignet ist, wird durch die Technische Regel für Arbeitsstätten -ASR- A3.5 Raumtemperaturen, die den Stand der Technik beschreibt, vorgegeben. Organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie Wärmeschutzkleidung sind als nachrangig anzusehen.

Dieses Problem sollte im Einklang mit dem Betriebsarzt und dem Betriebsrat (sofern vorhanden) erörtert werden. Die Ergebnisse sind dann in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren.
Für die Klärung im Einzelfall bitten wir Sie sich an ihre zuständige Aufsichtsbehörde zu wenden. In NRW sind dies die Dezernate 55 und 56 der Bezirksregierungen, deren Adressen unter www.arbeitsschutz.nrw.de angeboten werden.