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KomNet-Wissensdatenbank

Darf die freie Bewegungsfläche hinter einem Arbeitsplatz als Verkehrsweg genutzt werden?

KomNet Dialog 3290

Stand: 21.10.2013

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Rechts- und Auslegungsfragen (9.)

Dialog
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Frage:

Wie groß muß der Abstand zwischen zwei Reihen von Bildschirmarbeitsplätzen sein? Darf die freie Bewegungsfläche gleichzeitig als Verkehrsweg eingeplant werden für die weiter hinten in der Reihe befindlichen Bildschirmarbeitsplätze? Dürfen sich also Bewegungsfläche und Verkehrsweg überschneiden? Sonstige bewegliche Bauteile schränken die Fläche nicht ein. Die Arbeitsstättenverordnung enthält hierzu keine konkreten Werte.

Antwort:

Die Antwort auf die Frage ergibt sich aus dem Schutzprinzip der Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), d.h. der Pflicht des Arbeitgebers zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung), wie es in den §§ 3 bis 5 ArbSchG geregelt ist. Die Gefährdungsbeurteilung wird durch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV; § 3a "Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten" und deren Anhang Nr. 3 "Arbeitsbedingungen") konkretisiert.

Bei der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber auch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A...) zu berücksichtigen, im vorliegenden Fall insbesondere
ASR A1.2 - Raumabmessungen, Bewegungsflächen
ASR A1.8 - Verkehrswege
ASR A2.3 - Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan.

Unter Berücksichtigung aller im Einzelfall vorhandenen Randbedingungen hat der Arbeitgeber die Bewegungsflächen und Verkehrswege zu dimensionieren.

Weitergehende Informationen zum Thema bietet der im Internetportal www.ergo-online.de veröffentlichte Artikel "Flächenbedarf Büro": http://www.ergo-online.de/site.aspx?url=html/arbeitsplatz/bueroraum/raumbedarf_arbeitsplatzflaech.htm


Auf die Informationen und Handlungsanleitungen in der BGI 650 - Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Leitfaden für die Gestaltung und dem Merkblatt Flächennutzung im Büro - Beispiele verschiedener Arbeitsplätze weisen wir hin.

Bei der Gefährdungsbeurteilung und der Gestaltung von Arbeitsplätzen soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder dem Betriebsarzt/der Betriebsärztin beraten und unterstützen lassen.