Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

In welcher Risikogruppe ist beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen eine Werkbank vorgeschrieben?

KomNet Dialog 3242

Stand:

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)

Dialog
Favorit

Frage:

Betr.: Biostoffverordnung Wir sind ein allgemeines Krankenhaus, in dem die üblichen biologischen Arbeitsstoffe auftreten bzw. auftreten können. Wie wichtig ist im Laborbereich, insbesondere die Mikrobiologie, eine Werkbank im Umgang mit biolog. Arbeitsstoffen? Ist sie überhaupt erforderlich? Oder gibt es gleichwertige andere Schutzmaßnahmen? Oder anders gefragt, bei welcher Risikogruppe ist das Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen an einer Werkbank vorgeschrieben?

Antwort:

Es gibt keinen direkten Bezug zwischen Risikogruppe eines biologischen Arbeitsstoffes und dem Einsatz einer Sicherheitswerkbank. Die Ermittlung des Erfordernisses der Sicherheitswerkbank erfolgt im Einzelfall im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und hängt z. B. davon ab, ob Tätigkeiten durchgeführt werden, bei denen Bioaerosole entstehen (z. B. Pipettieren, Ab- oder Umfüllen von Flüssigkeiten). In der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" (www.baua.de/prax/index.htm) ist beschrieben, dass bei Tätigkeiten mit Organismen der Risikogruppe 1, welche sensibilisierende oder toxische Wirkung haben, Maßnahmen zu treffen sind, die die Exposition der Beschäftigten minimieren. "Hier kann es sich z. B. um die Verwendung einer Sicherheitswerkbank,...." handeln. (TRBA 100 Ziffer 5.2 Absatz 6 und Ziffer 6.1.3). Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 2, bei denen mit Bioaerosolen zu rechnen ist, müssen in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank oder vergleichbaren Einrichtung durchgeführt werden (TRBA 100 Ziffer 5.3 Absatz 10 und Ziffer 6.1.4). Grundsätzlich hat die Durchführung technischer Maßnahmen (z. B. Sicherheitswerkbank) Vorrang vor persönlichen Schutzausrüstungen (z. B. Tragen von Atemschutzmasken).

Stand: April 2004