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KomNet-Wissensdatenbank

Mutterschutz in einer Goldschmiede

KomNet Dialog 320

Stand: 15.02.2013

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

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Frage:

Ich bin Inhaberin eines Goldschmiede- und Kunstgewerbebetriebes. Eine Arbeiterin ist schwanger. Was muss ich beachten? Die Arbeiterin hat mir gesagt, dass sie im zweiten Monat ihrer Schwangerschaft ist.

Antwort:

Nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft ist der Arbeitgeber verpflichtet (§ 2 Mutterschutzgesetz - MuSchG, § 1 Mutterschutzverordnung - MuSchArbV), eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, um einen sicheren und schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz einrichten zu können. Deswegen sollte man die Gefährdungen personen- und tätigkeitsbezogen ermitteln.

Darüber hinaus muss man die Beschäftigungsverbote beachten, die in §§ 3 und 4 MuSchG erfasst sind. Beispiele: Schwangere Arbeitnehmerinnen dürfen nicht mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert überschritten wird (§ 5 MuSchArbV), beschäftigt werden.  So z. B können bei Hartlötarbeiten giftige Dämpfe freigesetzt werden. Deswegen ist es erforderlich, Schutzmaßnahmen zu treffen, z. B. eine effektive Absaugung am Arbeitsplatz. Beim sachgerechten Umgang mit Gefahrstoffen ohne Hautkontakt und unter Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW), ist eine Weiterbeschäftigung werdender/stillender Mütter möglich.

Der Nachweis, dass der Arbeitgeber einen sicheren Arbeitsplatz geschaffen hat, ist nach § 5 MuSchG zu dokumentieren. Weiterhin ist der Arbeitgeber nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft verpflichtet, die zuständige Arbeitsschutzbehörde zu informieren. Hierbei sind nicht nur die Generalien anzugeben, sondern auch die Art der Tätigkeit und die Arbeitszeiten.

Weitere nützliche Informationen finden Sie in den Faltblättern der Arbeitsschutzverwaltung NRW.