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Inwiefern hat sich durch das Inkrafttreten der neuen Gefahrstoffverordnung der Umgang mit Dieselmotorenemissionen geändert?

KomNet Dialog 3116

Stand: 15.05.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen

Dialog
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Frage:

Inwiefern hat sich durch das Inkrafttreten der Gefahrstoffverordnung 2010 der Umgang mit Dieselmotorenemissionen geändert? Ist es richtig, dass es dadurch keine festgeschriebenen Grenzwerte für die zulässigen Emissionen gibt, sondern generell alle Diesel-Emissionen nach dem Stand der Technik vermieden werden müssen? Ist die TRGS 554, die m.E. Richtkonzentrationen vorgibt und Raumluftmessungen vorsieht, nach wie vor uneingeschränkt gültig oder ergeben sich durch die GefStoffV Änderungen in der Anwendung? Kann die Nachrüstung sofort ohne Übergangsfrist verlangt werden ohne Berücksichtigung des wirtschaftlichen Aufwandes?

Antwort:

Grundsätzlich haben sich durch Bekanntmachung der "neuen" Gefahrstoffverordnung (2010) für den Umgang mit Dieselmotoremissionen (DME) keine wesentlichen Änderungen ergeben. Bereits in der vorherigen Gefahrstoffverordnung war eine Ersatzstoffprüfung vorgesehen, welche für dieselbetriebenen Maschinen eine alternative Antriebsart bzw. eine Ausrüstung der Dieselmotoren mit Dieselpartikelfiltern zur Emissionsminimierung forderte. Demnach besteht die Forderung schon seit längerer Zeit. Es ist zwar richtig, dass es zur Zeit keinen Arbeitsplatzgrenzwert für DME gibt, jedoch stellt der TRK-Wert für DME immer noch das technisch Mögliche dar (siehe auch TRGS 554 - Abgase von Dieselmotoren)

Es gilt folgendes: Das Arbeitsverfahren ist so zu gestalten, dass Dieselmotoremissionen nicht frei werden, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist. Dies bedeutet, zu prüfen, ob die anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten auch durch andere Antriebstechniken erfüllt werden können. Können aufgrund der anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten nur Dieselmotoren eingesetzt werden, sind Maßnahmen zur Minderung der Dieselmotoremissionen zu treffen. Hierzu gehört u.a. der Einsatz schadstoffarmer Dieselmotoren und weitgehend schwefelfreier Kraftstoffe, die regelmäßige Wartung und, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist, der Einsatz von Partikelfiltern. Weitere Expositionsminderungen können durch die Absaugung der Dieselmotoremissionen direkt an der Entstehungsstelle und ferner durch lüftungstechnische Maßnahmen erreicht werden.

Für Ihren Fall wäre es sinnvoll, sich mit der für Sie zuständigen Arbeitsschutzbehörde in Verbindung zu setzen, um auch die Frage des wirtschaftlichen Aufwandes zu diskutieren.