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KomNet-Wissensdatenbank

MAK-Überwachung beim Einsatz NaOH-haltiger Hilfsstoffe

KomNet Dialog 311

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

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Frage:

In einem Sicherheitsdatenblatt einer wässrigen Zubereitung wird in Abschnitt 8 auf den MAK von NaOH hingewiesen. Enstehung von Aerosolen beim Einsatz und kurzzeitige Exposition der Mitarbeiter ist nicht auszuschließen. Wie und auf welche Weise kann nachgewiesen werden, dass der MAK Wert nicht überschritten wird?

Antwort:

Natriumhydroxid und seine wässrigen Lösungen (Zubereitungen) sind aufgrund ihrer akut und chronisch toxischen Wirkungen als Gefahrstoffe eingestuft.

Festes NaOH und Zubereitungen bis 5 % NaOH sind mit dem Gefahrensymbol C "ätzend" und dem Gefahrenhinweis R 35 "verursacht schwere Verätzungen" zu kennzeichnen. Zubereitungen von 5 % bis 2 % ebenfalls mit dem Gefahrensymbol C "ätzend" und dem Gefahrenhinweis R 34 "verursacht Verätzungen".
Zubereitungen unter 2 % bis 0,5 % sind immerhin noch mit dem Gefahrensymbol Xi "reizend" und dem Gefahrenhinweis R 36/38 "reizt die Augen und die Haut" zu kennzeichnen.

Auch die korrekte Kennzeichung mit Sicherheitsratschlägen (S-Sätze) ist zu beachten. Bei Einsatz an Arbeitsplätzen ist die Bildung von Stäuben und Aerosolen zu beachten. Die Einhaltung der Maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK) ist nur dann gewährleistet, wenn wenn nicht mehr als 2 mg/m NaOH in der einatembaren Staubfraktion aus der Luft am Arbeitsplatz nachweisbar ist (TRGS 900). Dieser Wert darf auch bei kurzzeitiger Exposition nicht überschritten werden.

Gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) hat ein Arbeitgeber, der mit einem Stoff, einer Zubereitung oder einem Erzeugnis umgeht, die Verpflichtung festzustellen, ob es sich um einen Gefahrstoff handelt (§ 16 - Ermittlungspflicht). Für den betrieblichen Umgang ist korrekte Einstufung (§ 4) und Kennzeichnung (§§ 7 - 9) sowie die Erstellung von allgemein verständlichen Betriebsanweisungen zum Umgang mit dem Gefahrstoff (§ 20) notwendig.

Vorzugsweise ist das Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass gefährliche Gase, Dämpfe und Schwebstoffe nicht freigesetzt werden und diese Stoffe nicht in Hautkontakt kommen können (§ 19 (1)). Wenn dies nicht nach dem Stand der Technik möglich ist, sollen freigesetzte Gefahrstoffe möglichst noch am Ort ihrer Entstehung vollständig abgeführt und entsorgt werden (§ 19 (2)): Bei nicht vollständiger Abfuhr der Gefahrstoffe soll das Schutzziel durch Lüftungsmaßnahmen nach dem Stand der Technik erreicht werden (§19 (3)).

Ist das Auftreten von Gefahrstoffen in der Luft am Arbeitsplatz nicht sicher auszuschließen, ist zu ermitteln, ob Grenzwerte - MAK, TRK, BAT - unterschritten bzw. Auslöseschwellen überschritten werden (§ 18 - Überwachungspflicht). Die Einhaltung der Grenzwerte muss im Allgemeinen durch Arbeitsbereichsanalyse und Messung der Luftkonzentrationen an den Arbeitsplätzen nachgewiesen werden (TRGS 402).
Diese Messungen können durch einen entsprechend qualifizierten betrieblichen Messdienst oder durch eine dafür zugelassene außerbetriebliche Messstelle durchgeführt werden. Bei nicht dauerhaft sicherer Einhaltung der Grenzwerte sind die Messungen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Bei Überschreitungen ist durch technische Maßnahmen für Einhaltung der Grenzwerte zu sorgen und durch Kontrollmessungen zu bestätigen.

Auf Wiederholungsmessungen bzw. Kontrollmessungen kann verzichtet werden, wenn die Grenzwerte dauerhaft sicher eingehalten werden bzw. Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien zur dauerhaft sicheren Einhaltung vorliegen (TRGS 420).

Weitere detaillierte Fragen auch zu zertifizierten außerbetrieblichen Messstellen können Ihnen das für die Region zuständige Staatliche Amt für Arbeitsschutz bzw. die für die Branche zuständige Berufsgenossenschaft beantworten. 

 (Stand: 26.01.2000)