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Sind Seenotrettungsinseln, die dem Stand der Technik entsprechen, ausreichend sicher?

KomNet Dialog 3104

Stand:

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit von Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

Sind Seenotrettungsinseln, die dem Stand der Technik entsprechen, ausreichend sicher? Sind bereits Verbesserungsmöglichkeiten bekannt, die den Stand der Sicherheit der Rettungsinseln erhöhen?

Antwort:

Rettungsinseln stellen in Seenotfällen die letzte Möglichkeit dar, Überlebende vor Unterkühlung und Ertrinken zu schützen. Beide Gefahren werden erfolgreich abgewehrt. Wird die Insel mit der zulässigen Personenzahl besetzt und werden die Einstiegsöffnungen verschlossen, steigt auch in kalter Umgebung die Temperatur ausreichend, um Unterkühlung zu verhindern. Das wasserdichte Dach schützt vor Ertrinken. Stoffe und Verschlüsse sind standardmäßig nicht nur wasser-, sondern auch gasdicht. Sind die Einstiege geschlossen, was bei Sturm und niedrigen Temperaturen erforderlich ist, verändert sich durch die Atmung der Insassen die Zusammensetzung der Luft. Der Sauerstoffanteil sinkt und der Kohlendioxidanteil steigt. Bereits nach einer Stunde werden bei voller Besetzung der Insel Werte erreicht, die die Gesundheit beeinträchtigen. In einer stressbehafteten Unfallsituation kann nicht erwartet werden, dass die Insassen einer Rettungsinsel die durch Kohlendioxid ausgelöste Veränderung der Atmung bemerken und richtig zuordnen. Es gibt geeignete Stoffe, die wasserdicht und gasdurchlässig sind. Die gasdurchlässigen Stoffe wurden in wissenschaftlichen Versuchen mit Erfolg getestet. Sie haben sich auf dem Markt allerdings noch nicht durchgesetzt. Einige Ergebnisse lassen sich z.B. auf der Homepage der Firma RH-Consult unter "Veröffentlichungen" nachlesen.