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Ist die Bereitstellung von Dieselkraftstoff in 950-Liter-Tanks in einer Lagerhalle erlaubt?

KomNet Dialog 3033

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

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Frage:

Ist die Bereitstellung von Dieselkraftstoff in einem oberirdischen Tankbehälter mit einem Fassungsvermögen von 950 Litern in einer Lagerhalle (20 m X 10 m), in der Metalltafeln gelagert werden, erlaubt? Die Lagerhalle ist direkt an einer Produktionshalle angebaut, und über große Sektionaltore mit dieser verbunden.

Antwort:

Die Lagerung des Dieselkraftstoffes unterliegt den Regelungen der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung. Die ausschließliche Lagerung von Dieselkraftstoff ist nach arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen weder anzeige- noch erlaubnisbedürftig. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitbeger ermitteln, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen die Lagerung des Dieselkraftstoffes unter gleichzeitiger Gewährleistung des Schutzes der Arbeitnehmer möglich ist.

Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, in welchem Umfang Arbeitnehmer in der Lagerhalle tätig sind. Es ist empfehlenswert, dass dabei die technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten – TRbF, hier insbesondere TRbF 20 - Läger - berücksichtigt werden.

Nachfolgend sind einige Prüfkriterien genannt:
- geeigneter Behälter inkl. der Behälterausrüstung
- Auffangraum für Behälter
- geeignete Aufstellung des Tanks (Standsicherheit)
- Schutz der Behälter gegen Beschädigung (Anfahrschutz)
- Belüftung und Luftwechsel
- Abstände und Schutzstreifen zu benachbarten Einrichtungen
- Schutz der Arbeitnehmer
- Brandschutz

Sollte aus diesem Tank eine Betankung erfolgen, so sind die Anforderungen der TRbF 30 -Füll- und Entleerstellen- ebenfalls zu berücksichtigen. Weiterhin ist zu prüfen, ob eine Nutzungsänderung im Sinne der jeweiligen Landesbauordnung vorliegt. Die Errichtung und Änderung von Behältern für brennbare Flüssigkeiten kann ab einer bestimmten Größe baugenehmigungspflichtig werden. Neben den arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen sind die Anforderungen des Immissionsschutzes zu berücksichtigen, die sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz - WHG und der Verordnung über Anlagen für wassergefährdende Stoffe - VAwS ergeben.

Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php    oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.