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KomNet-Wissensdatenbank

Was ist bei der Innenreinigung von Silofahrzeugen, die u.a. Filterstäube und Salz mit hohen Bleirückständen transportiert haben, zu beachten?

KomNet Dialog 2977

Stand: 17.08.2008

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube

Dialog
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Frage:

Zur Zeit werden wir in unserer Firma aufgefordert, Silofahrzeuge (57 m³) innen von alten festen Rückständen zu reinigen. Das ganze soll mit der Flexmaschine geschehen. Da neben Kalk-Zement-Koks und Braunkohlestaub auch Filterstäube und Salz mit hohen Bleirückständen aus der Müllverbrennung transportiert wurden, haben wir gesundheitliche Bedenken. Wie verhalten wir uns bei der Aufforderung, den Kessel zu reinigen? Können wir diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen ablehnen?

Antwort:

Nach § 7 Abs.1 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) darf der Arbeitgeber eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen (und um die handelt es sich hier) erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Von hier aus werden die von Ihnen beschriebenen Tätigkeiten als äußerst gefährlich eingestuft. Zum einen sind die Arbeiten vom Gefährdungsniveau her mit Strahlarbeiten gleichzusetzen, weshalb auch entsprechende Schutzausrüstung (Strahlanzug mit Luftversorgung; vergl. Unfallverhütungsvorschrift BGV D 26 (jetzt BGR 500 Kapitel 2.24); Internet: http://publikationen.dguv.de) zur Verfügung gestellt werden sollte. Zum anderen ist aufgrund des Braunkohlestaubes mit einer besonderen Explosionsgefahr zu rechnen. Desweiteren ist (u.a.) der Anhang 3 Nr.3 der GefStoffV (Tätigkeiten in Räumen und Behältern) zu beachten. Bzgl. Ihrer Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen, verweisen wir auf die Antwort im Dialog Nr. 2007 unserer KomNet-Datenbank. Sie können ihn über die `erweiterte Suche` aufrufen. Beratung und Hilfe in allen Fragen des Arbeitsschutzes erhalten Sie von den zuständigen Arbeitsschutzbehörden. Die in NRW zuständigen Arbeitsschutzbehörden finden Sie über das Arbeitsschutzportal NRW .