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KomNet-Wissensdatenbank

Stellt das Mikroskopieren mit einem Rasterelektronenmikroskop während der Schwangerschaft eine Gefahr für Mutter oder Ungeborenes dar?

KomNet Dialog 2964

Stand:

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

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Frage:

Stellt das Mikroskopieren mit einem Rasterelektronenmikroskop während der Schwangerschaft (4. Monat) eine Gefahr für Mutter oder Ungeborenes dar? Was ist sonst noch zu beachten?

Antwort:

Beim Rasterelektronenmikroskop werden die Objekte mit einem fokussierten Primärelektronenstrahl rasterförmig abgetastet. Dadurch werden auch Sekundärelektronen, Rückstreuelektronen, Luminiszenzlicht freigesetzt. Neben Sekundär- und Rückstreuelektronen entstehen auch Röntgenstrahlen. Diese sekundäre Röntgenstrahlenbelastung ist von Gerätetyp, Dauer der täglichen Mikroskopiertätigkeiten, persönlichen Strahlenbelastung etc. abhängig. Bei der Beschäftigung von Schwangeren sind die gesetzlichen Vorschriften der Strahlenschutzverordnung bzw. Röntgenverordnung zu beachten. Nach der Röntgenverordnung ist es möglich, dass auch Schwangere Röntgenstrahlen anwenden. Dabei ist zu achten, dass der Dosisgrenzwert von 1 Millisievert aus äußerer und innerer Strahlenexposition für das ungeborene Kind vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende nicht überschritten (§ 55 Abs. 4 Satz 2 ff. StrlSchV; §31a Abs. 4 Satz 2 RöV) wird. Dieses muss mit einem geeigneten Dosimeter arbeitswöchentlich neu ermittelt und dokumentiert werden. Sowohl nach Arbeitsschutzgesetz wie nach Mutterschutzverordnung ist der Arbeitgeber verpflichtet eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Daher empfehlen wir den Strahlenschutzbeauftragten bzw. die Betriebsärztin/den Betriebsarzt in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen, um die tatsächliche Strahlenbelastung am Arbeitsplatz zu ermitteln und die Schutzmaßnahmen festzulegen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, werdende oder stillende Mütter sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und, wenn ein Betriebs- oder Personalrat vorhanden ist, diesen über die Ergebnisse der Beurteilung und über die zu ergreifenden Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu unterrichten. Stand: 25.01.2005