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Was muss beachtet werden, wenn eine Schwangere in einem stationären Wohnheim (psychisch kranke Menschen) als Betreuerin arbeitet und dort Bewohner Träger von MRSA/ESBL sind?

KomNet Dialog 29439

Stand: 03.06.2017

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

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Frage:

Was muss beachtet werden, wenn eine Schwangere in einem stationären Wohnheim (psychisch kranke Menschen) als Betreuerin arbeitet und dort Bewohner Träger von MRSA/ESBL sind?

Antwort:

Bei der Beschäftigung einer werdenden Mutter muss der Arbeitgeber von sich aus die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes - MuSchG und der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz - MuSchArbV einhalten und die erforderlichen Maßnahmen treffen. Hierzu gehört, dass der Arbeitgeber sofort nach Bekanntgabe der Schwangerschaft eine sorgfältige Beurteilung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen durchführen muss (MuSchG i.V.m. § 1 MuschArbV).

Falls die Arbeitsplatzbeurteilung ergibt, dass die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen in folgender Rangfolge veranlassen:
1. Umgestaltung der Arbeitsbedingungen und ggf. der Arbeitszeiten
2. Arbeitsplatzwechsel
3. Freistellung wegen eines Beschäftigungsverbotes unter Fortzahlung des Entgeltes gemäß § 11 MuSchG.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die werdende Mutter über das Ergebnis der o. g. Arbeitsplatzbeurteilung und über zu ergreifende Schutzmaßnahmen zu unterrichten.

Hilfestellung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung gibt beispielsweise das  Merkblatt "Mutterschutz in Alten- und Pflegeheimen" der Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen.

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) Nordrhein-Westfalen hat mehrere Dokumente zu MRSA veröffentlicht:
https://www.lzg.nrw.de/inf_schutz/krkhs-hygiene/mre_netzwerke/informationen/mrsa/index.html
wobei wir insbesondere auf die Veröffentlichung "MRSA - Infektionsprävention in Alten- und Pflegeheimen" hinweisen.

Auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) finden Sie nach Eingabe der entsprechenden Suchwörter eine Vielzahl an Veröffentlichungen zu MRSA und ESBL.

Fazit:
Infektionskrankheiten sind sowohl für die Mutter als auch für das Kind gefährlich. Deshalb dürfen werdende oder stillende Mütter hochresistenten Erregern, wie z. B. MRSA oder ESBL, nicht ausgesetzt sein. Sie dürfen mit solchen Erregern infizierte Patienten/Bewohner nicht betreuen.