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KomNet-Wissensdatenbank

Was ist beim Umgang mit Bleiloten zu beachten?

KomNet Dialog 2928

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
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Frage:

Welcher Arbeitsschutzzusammenhang ist mit der Richtlinie 2002/95/EG `Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro-u. Elektronikgeräten` zum Thema Blei-Lote und menschliche Gesundheit zusehen. Wo kann man erfahren welche Arten von Bleilote mit welchen Zusammensetzungen es auf dem Markt gibt (chemische u. physikalische Kenndaten?

Antwort:

Zu Frage 1: Ein wesentlicher Grund im Rahmen der Richtlinie 2002/95/EG die Verwendung von Blei in Elektro- und Elektronikgeräten zu beschränken ist der Arbeitsschutz. Bleiverbindungen wirken beim Menschen fruchtschädigend(entwicklungsschädigend)und beeinträchtigen möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen. Auch bei Einhaltung des Luftgrenzwertes (MAK 0,1 mg/m3) kann eine Fruchtschädigung bei Exposition Schwangerer nicht ausgeschlossen werden. Bleiverbindungen können sich im Körper anreichern und dadurch in besonderer Weise auf ihn einwirken. Sie können durch Einnahme, Inhalation oder Hautresorption in den Körper gelangen. In der Vergangenheit ist die Exposition gegenüber Blei insbesondere im Bereich des Elektronikschrottrecyclings recht ausführlich untersucht worden. Dabei wurden in Shredder-Arbeitsbereichen häufig Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Eine ausführliche Darstellung und Diskussion dieser Ergebnisse findet sich in: [1] Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) LASI-Veröffentlichung - LV27 Manuelle Zerlegung von Bildschirm- und anderen Elektrogeräten Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Arbeitsbreichüberwachung einschließlich Empfehlungen zur Minimisierung der Belastung durch Gefahrstoffe (LASI/ALMA-Empfehlungen) [2] M. Hanke, Ch. Ihrig, D.F. Ihrig, Stoffbelastungen beim Elektronikschrott-Recycling, Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, GA56, Dortmund/Berlin 2001

Zu Frage 2: Blei-Zinn und Zinn-Blei-Weichlote sind nach DIN EN 29 453 und E DIN 1707 genormt. Die DIN-Vorschriften enthalten eine Auflistung der marktüblichen Lote sowie unter anderem Angaben zur Verwendung und Zusammensetzung sowie zur Schmelztemperatur.

Stand: 21.11.2004