Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Muss für Beschäftigte, die einen Dienstwagen besitzen, eine Eignungsuntersuchung Fahr-Steuer- und Überwachungstätigkeit angeboten werden?

KomNet Dialog 29084

Stand: 08.01.2018

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Eignungsuntersuchungen

Dialog
Favorit

Frage:

In einem Unternehmen mit überwiegender Tätigkeit am Bildschirmarbeitsplatz gibt es auch Mitarbeiter, die mit einem Dienstwagen ausgestattet werden. Muss für diese Mitarbeiter eine Eignungsuntersuchung Fahr-Steuer- und Überwachungstätigkeit (G25) oder ähnliches angeboten werden?

Antwort:

Arbeitsmedizinische Untersuchungen nach den berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen ("G-Untersuchungen", hier G25) dienen der Feststellung, ob die Eignung für bestimmte Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt ist.

Nach § 35 der DGUV Vorschrift 70 (bisher: BGV D29) "Fahrzeuge" darf der Unternehmer mit dem selbständigen Steuern von maschinell angetriebenen Fahrzeugen Versicherte beschäftigen, die

"1. die das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2. die körperlich und geistig geeignet sind,
3. die im Führen des Fahrzeuges unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen haben
und
4. von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllen.

Sie müssen vom Unternehmer zum Führen des Fahrzeuges bestimmt sein."

In der Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 70 ist nachzulesen, dass Versicherte körperlich und geistig geeignet sind, wenn sie durch ihre Vorbildung, Kenntnisse, Berufserfahrung und persönliche Eigenschaften, z.B. Seh- und Hörvermögen, Zuverlässigkeit, zum Führen des Fahrzeuges befähigt sind.

Die körperliche Eignung kann durch arbeitsmedizinische Untersuchungen nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorge G 25 „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ (DGUV Information 240-250) festgestellt werden. In der DGUV Information 240-250 finden sich auch Hinweise, für welche Personengruppen die G25-Untersuchung obligatorisch sein sollte und wem sie angeboten werden sollte. Die letztliche Entscheidung für eine arbeitsmedizinische Untersuchung kann aber nur in Abhängigkeit von der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung vor Ort und somit bezogen auf den Einzelfall getroffen werden.


Hinweis:
Die berufsgenossenschaftliche Vorschriften werden unter www.dguv.de/publikationen angeboten.