Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Abgrenzung von Arbeitsbereichen beim Umgang mit "alter" Mineralwolle nach TRGS 521

KomNet Dialog 2903

Stand: 27.02.2013

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
Favorit

Frage:

Für Instandhaltungsarbeiten, bei denen ein Umgang mit "alter" Mineralwolle gegeben ist, gilt die Schutzstufe 2 der TRGS 521. Wieso müssen diese Arbeitsbereiche abgegrenzt werden, wenn der Arbeiter nicht mal verpflichtet ist, persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Gibt es hierfür eine Erklärung?

Antwort:

Wir gehen aufgrund der Schilderungen in der Anfrage davon aus, dass eine alte Version der TRGS 521 vorliegt [Zur aktuellen Version der TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle"; auf den E-Mail-Service: Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) weisen wir hin]. Die Schutzmaßnahmen für die verschiedenen Expositionskategorien in der TRGS 521 sind grundsätzlich nicht identisch mit den Schutzmaßnahmen des gestuften Maßnahmenkonzeptes in Abschnitt 4 "Schutzmaßnahmen" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Unter "alten" Mineralwolldämmstoffen werden nach Nummer 2.3 "Alte Mineralwollen" der TRGS 521 folgende Mineralwollen erfasst:

"(1) Im Sinne dieser TRGS sind alte Mineralwollen biopersistente künstliche Mineralfasern nach Anhang IV Nr. 22 der Gefahrstoffverordnung. Nach der TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährden-dere Stoffe“ sind die aus alter Mineralwolle freigesetzten Faserstäube als krebserzeugend zu bewerten.
(2) Für alte Mineralwollen gilt seit Juni 2000 das Herstellungs- und Verwendungsverbot nach Anhang IV Nr. 22 Gefahrstoffverordnung. Bei Mineralwolle die vor 1996 eingebaute wurde, ist davon auszugehen, dass es sich um alte Mineralwolle im Sinne dieser TRGS handelt.
"

Die Zuordnung der Arbeitsschutzmaßnahmen zu den Expositionskategorien nach TRGS 521 erfolgt in deren Tabelle 2 auf Seite 12. Bei Expositionskategorie 2 sind wie in der Anfrage beschrieben zum einen Arbeitsbereiche abzugrenzen und zu kennzeichnen sowie Atemschutz und Schutzbrille bei Überkopfarbeiten sowie Schutzanzüge auf Wunsch der Beschäftigten zur Verfügung zu stellen (Pflicht ab Expositionskategorie 3). Zum anderen sind überwiegend technische Maßnahmen zur Faserstaubminimierung, Staubarme Bearbeitung, Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren, etc. vorgeschrieben; es sollte also bei einer wirksamen Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen davon ausgegangen werden können, dass die Faserkonzentration hierdurch bereits hinreichend gesenkt wurde [(S)TOP-Prinzip].