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Besteht bei Klärwärtern ein erhöhtes Risiko einer Hepatitis B-Infektion?

KomNet Dialog 2881

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

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Frage:

Besteht bei Klärwärtern ein erhöhtes Risiko einer Hepatitis B-Infektion? Wie lange sind Hepatitis B-Erreger ansteckend?

Antwort:

Die Hepatitis B wird durch Inokulation (Einimpfung) von virushaltigem Material (insbesondere Blut und Blutprodukte aber auch z. B. Speichel, Tränenflüssigkeit, Wundsekrete, Sperma) oder durch Kontakt solchen Materials mit verletzter Haut oder Schleimhaut übertragen. Blut außerhalb des Körpers und auch andere Ausscheidungen verlieren ihre HBV-Infektiosität nur langsam. Eintrocknen bewirkt keine wesentliche Inaktivierung. Das Virus ist relativ stabil bei Hitzeeinwirkung (Inaktivierung bei 60°C erst nach 10stündiger Behandlung, bei 100°C nach 20 min) und unempfindlich gegenüber Kälteeinwirkung (stabil bei -20°C) (Quelle: Hahn, H. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, 5. Aufl. Springer Verlag Heidelberg, 2004).

Gemäß der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe - TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen", welche auch für Klärwärter Anwendung findet, gehört Hepatitis B zu den im Abwasser vorkommenden Krankheitserregern (siehe Anhang Teil 2: "Viren" der TRBA 220). Laut TRBA 220 wird für das Hepatitis B-Virus "ein besonderes Infektionsrisiko als nicht vorhanden angesehen...Ein potentielles Infektionsrisiko durch Stichverletzungen (z. B. Kanülen) kann nicht ausgeschlossen werden" (siehe Kap. 5 "Viren" TRBA 220). In der TRBA 220 sind hierzu auch Schutzmaßnahmen (Impfung, Vermeidung von Stichverletzungen!) beschrieben. Die TRBA 220 kann unter www.baua.de ("Biologische Arbeitsstoffe" -> Technische Regeln") abgerufen werden.

Stand: Dezember 2005