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Ist eine Kennzeichnung von PSA gegen Absturz rechtlich erforderlich, wenn die Schutzausrüstung im Jahr 1995 in Verkehr gebracht wurde?

KomNet Dialog 2877

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.14.7)

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Frage:

Ist die Kennzeichnung von PSA gegen Absturz rechtlich erforderlich, wenn die Schutzausrüstung im Jahr 1995 in Verkehr gebracht wurde? Speziell dreht es sich um das Sicherungseil und die Anschlagpunkte für ein Steigschutzsystem nach EN 353-1. Wenn ja, wie muss dann jedes Bauteil gekennzeichnet werden? Muss man nicht gekennzeichnete Bauteile durch gekennzeichnete austauschen.

Antwort:

Stichtag ist der 30.06.1995. Nach diesem Datum in Verkehr gebrachte PSA muss gem. § 2 der PSA-Benutzungsverordnung den Anforderungen der Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen - 8. GPSGV entsprechen. Das heißt im vorliegenden Fall u. a., dass die Teile der PSA gem. DIN EN 365 (PSA zum Schutz gegen Absturz - Allgemeine Anforderungen an Gebrauchsanleitungen, Wartung, regelmäßige Überprüfung, Instandhaltung, Kennzeichnung und Verpackung) gekennzeichnet sein müssen. Vor dem 30.06.1995 in Verkehr gebrachte PSA muss den vor dem 01.07.1992 geltenden Vorschriften genügen (§ 10 der 8. GPSGV). Das heißt z. B., dass mit dem GS-Zeichen versehene PSA den damaligen Anforderungen genügt. Zu nennen sind diesbezüglich u. a. folgende ZH1-Schriften: - ZH 1/709 (Regeln für den Einsatz von PSA gegen Absturz), - ZH 1/710 (Regeln für den Einsatz von PSA zum Halten und Retten), - ZH 1/55 (Merkblatt für Sicherheits- und Rettungsgeschirre), - ZH 1/542 (Sicherheitsregeln für Steigeisen und Steigeisengänge). Die angeführten ZH1-Regeln sind z.B. unter www.recht.com/hvbg erhältlich. Stand: 28.10.2004