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Welche Schutzmaßnahmen sind bei ansteckender Bindehautentzündung zu treffen?

KomNet Dialog 2844

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

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Frage:

Unser Kollege hat sich heute für 10 Tage krankgemeldet, weil er nach Angaben seines Arztes unter einer ansteckenden Augenbindehautentzündung leidet. Gestern war er kurz im Büro. Welche Maßnahmen müssen wir treffen, wenn wir nach seiner Rückkehr sein Büro betreten, um uns nicht an anzustecken? Können seine uns zugeleiteten Akten ansteckend sein? Welche Schutzmaßnahmen müssen wir treffen?

Antwort:

Ihren Schilderungen zufolge, leidet Ihr Kollege unter einer Konjunktivitis epidemica. Diese ist hochansteckend. Sie wird überwiegend durch Schmier- aber auch durch Tröpfchen-Infektion übertragen. Die Tränenflüssigkeit enthält die (Adeno-)Viren. Reibt sich der Patient die Augen, können die Viren auf andere Gegenstände wie z. B. Türklinken, Handtücher, Akten usw. übertragen werden. Die Viren sind außerhalb des Körpers nur kurz überlebensfähig. - Nach der Rückkehr Ihres Kollegen können Infektionen durch zuvor von ihm berührte Gegenstände nicht mehr übertragen werden. Diesbezüglich sind keine Maßnahmen notwendig. - Über die Akten und Türklinken, die er gestern berührt hat, ist theoretisch gesehen eine Infektionsgefahr möglich. Die Viren sind nach 8 Tage infektiös. Es empfiehlt sich, bei der Bearbeitung seiner Akten sich nicht an den Augen zu reiben und nachher die Hände zu waschen. Dies müsste nach unserem Ermessen ausreichen. Weiterhin empfehlen wir, dass Sie sich mit Ihrem Betriebsarzt in Kontakt setzen. Weiterführende Literatur zur infektiösen Bindehautentzündung finden Sie unter - www.Landesgesundheitsamt.de und - www.rki.de (dort unter `Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte - Keratoconjunctivitis epidemica`). Stand: 22.10.2004