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KomNet-Wissensdatenbank

Beschaffenheit von Treppenhandläufen

KomNet Dialog 2836

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

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Frage:

Müssen Treppengeländer an den Enden umgebogen sein? Wenn ja: wo steht das? Kann ich Änderungen am Treppengeländer vom Vermieter verlangen?

Antwort:

In der neuen Arbeitsstättenverordnung vom 12.08.04 wird im Anhang nach § 3 Abs.1 unter Ziffer 1.8 bestimmt, dass Verkehrswege einschliesslich Treppen so angelegt und bemessen sein müssen, dass sie leicht und sicher begangen werden können. Weitergehende Anforderungen werden hier nicht getroffen. Diese finden sich in der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2. Die Arbeitsstätten-Richtlinien gelten nach den Übergangsregelungen bis zu ihrer Überarbeitung, längstens jedoch 6 Jahre, fort. In der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) 17/1,2 heißt es unter Nr. 3.1, Punkt 5: "Die Enden der Handläufe müssen so gestaltet sein, dass man daran nicht hängenbleiben oder abgleiten kann." Eine Möglichkeit, diese Anforderung zu erfüllen, besteht darin, die Enden der Handläufe gebogen auszuführen. Durch Führen des Endes des Handlaufes im Bogen, z.B. an die Wand, erreicht man, dass man z.B. nicht mit der Jacke oder umgehangenen Tasche am Handlauf hängenbleibt und es zum Sturz auf der Treppe kommt. Grundsätzlich ist es die Pflicht des Arbeitgebers, die Arbeitsstätte nach den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung einzurichten und zu betreiben. Die ASR geben den Stand der Technik zur Erfüllung dieser Anforderungen wieder. Vom Vermieter kann grundsätzlich lediglich gefordert werden, eine Umgestaltung des Handlaufs durch den Arbeitgeber zu dulden. Da aber der Arbeitgeber bei einem Mietobjekt auf eine möglichst zur Arbeitsstättenverordnung konforme Ausstattung des Gebäudes angewiesen ist, haben Verhandlungen mit dem Vermieter oft gute Aussichten auf Erfolg. Ein Gebäude, das bereits entsprechend ausgestattet ist, ist besser zu vermieten als ein Gebäude, das erst vom Mieter nachgerüstet werden muss.

Stand: Dezember 2005