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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Mengen Benzin bzw. Diesel dürfen von einer Tankstelle für den innerbetrieblichen Werksverkehr in einem PKW in Kanistern transportiert werden?

KomNet Dialog 2830

Stand: 23.12.2009

Kategorie: Sicherer Transport > Beförderung gefährlicher Güter > Gefahrguttransport

Dialog
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Frage:

Ich bitte Sie um Hilfestellung bei folgendem Sachverhalt: Benzin bzw. Diesel soll von einer Tankstelle für den innerbetrieblichen Werksverkehr geholt werden, um die Fahrzeuge, die auf dem Werksgelände fahren,betanken zu können. Meine Frage: 1. Welche Mengen dürfen ohne Auflagen beim Transport von Diesel oder Benzin, unter der Annahme, dass der Transport mit einem zugelassenen PKW durchgeführt wird, mit zusätzlichen Kanistern transportiert werden ? 2. Sind trotzdem Dinge zu berücksichtigen, wenn die Menge von Frage 1. unterschritten wird ? 3. Welche Auflagen sind erforderlich, wenn die Menge von Frage 1. überschritten wird ?

Antwort:

Bei Benzin handelt es sich um ein Gefahrgut der Gefahrklasse 3 ADR, Verpackungsgruppe II,
UN 1203.
Bei Diesel handelt es sich um ein Gefahrgut der Gefahrklasse 3 ADR, Verpackungsgruppe III,
UN 1202.

Zu 1)

Der beschriebene Transport wird als gewerblicher Transport gemäß ADR eingeordnet, bei dem Benzin bzw. Diesel von einer Tankstelle für den innerbetrieblichen Werksverkehr befördert werden soll, um die Fahrzeuge, die auf dem Werksgelände fahren, betanken zu können. Hier kann die Regelung des Abschnitts 1.1.3.3 ADR angewandt werden. Danach dürfen höchstens 60 Liter Kraftstoff in tragbaren Kraftstoffbehältern transportiert werden.
Die Behälter müssen geeignet sein und während des Transportes ordnungsgemäß gesichert werden.

Hinweis:

Privatpersonen sind nach Abschnitt 1.1.3.1 a des ADR von den Rechtsvorschriften der Beförderung gefährlicher Güter befreit.

Dieses gilt aber nur für reine Privatfahrten. Eine solche liegt beim Transport von Benzin bzw. Diesel von einer Tankstelle für den innerbetrieblichen Werksverkehr nicht vor.

Bei reinen Privatfahrten entsprechend Abschnitt 1.1.3.3 a ADR dürfen entzündbare flüssige Stoffe in wiederbefüllbaren Behältern befördert werden, welche durch oder für Privatpersonen befüllt werden und wenn die Gesamtmenge 60 Liter je Behälter und 240 Liter je Beförderungseinheit nicht überschreitet.

Bei der privaten Beförderung von Kraftstoffen ist als Minimum die Anforderungen an die Ladungssicherung und an die Verpackung zu erfüllen. Alle Verpackungen müssen für das Transportgut geeignet und gekennzeichnet sein, sowie während der Ortsveränderung dicht verschlossen und unbeschädigt sein. Die Ladungssicherung muss so ausgeführt werden, dass die Gefahrgüter in sich und zu den Einrichtungen des Fahrzeuges ihre Lage nicht verändern können.


zu 2)
Wird die Menge von 60 Liter überschritten, sind die ADR Vorschriften anzuwenden. Wird die Menge von 333 Litern bei Benzin und 1000 Liter bei Dieselkraftstoff nicht überschritten gelten erleichterte Bedingungen (z.B. müssen die Fahrzeuge nicht mit orangefarbenen Warntafeln gekennzeichnet sein, keine ADR Fahrerschulung u.s.w.). Erforderlich ist aber ein Beförderungspapier, ein 2 kg Feuerlöscher, Ladungssicherung..).

Zu 3)
Bedingt durch die nun weiter zu erfüllenden umfangreichen Rechtsvorschriften, auf die hier im Detail nicht eingegangen werden kann, empfehlen wir sich bei der für den Gefahrguttransport zuständigen Behörde (in NRW die Bezirkregierungen) gezielt beraten zu lassen.