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Welcher Gefährdung ist der Arbeitnehmer ausgesetzt, wenn er an einer Maschine arbeitet, deren Kühlschmierstoff und damit auch der Innenraum der Maschine mit Pilzen befallen ist?

KomNet Dialog 2821

Stand: 17.08.2009

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

Dialog
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Frage:

Welcher Gefährdung ist der Arbeitnehmer ausgesetzt, wenn er an einer Maschine arbeitet, deren Kühlschmierstoff und damit auch der Innenraum der Maschine mit Pilzen befallen ist? Der Arbeitnehmer hat durch seine Tätigkeit auch unmittelbaren Hautkontakt mit dem pilzbefallenen Kühlschmierstoff.

Antwort:

Für die Belastung wassergemischter Kühlschmierstoffe durch Mikroorganismen gibt es derzeit aus Sicht des Arbeits- oder Gesundheitsschutzes keine wissenschaftlich begründete Basis für die Festsetzung eines Grenz- bzw. Richtwertes. Eine Zustandsbeschreibung des wassergemischten Kühlschmierstoffs bezüglich des mikrobiellen Befalls kann sich zur Zeit nur an den bekannten Parametern - wahrnehmbare Veränderungen, pH-Wert, Konzentration, Nitritgehalt - orientieren. Zusätzlich zur Überprüfung des Zustands der Kühlschmierstoff-Emulsion kann eine Keimzahlbestimmung vorgenommen werden. Aus allgemeinen hygienischen Gründen sollte die Gesamtkeimzahl so niedrig wie möglich gehalten werden. Um die Belastung der Beschäftigten durch Keimbelastungen beim Umgang mit wassermischbaren bzw. wassergemischten Kühlschmierstoffen möglichst gering zu halten, stehen daher zunächst Maßnahmen zur Wartung und Pflege des Kühlschmierstoffes im Vordergrund. Unter Anhang 7 der berufsgenossenschaftlichen Regel, BGR 143 "Umgang mit Kühlschmierstoffen" wird ein Muster eines Reinigungsplanes für Kühlschmierstoff-Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen angeboten. Für die Beschäftigten sollte, unabhängig von der Höhe der Keimbelastung, ein Hautschutzplan erstellt und die Beschäftigten entsprechend unterwiesen werden. Bei den durchzuführenden Maßnahmen sollte neben der Fachkraft für Arbeitssicherheit auch der Betriebsarzt beteiligt werden. Weitere Informationen bietet z.B. auch die Handlungshilfe der Metallberufsgenossenschaft: Handlungshilfe für den Unternehmer bei Einsatz von Kühlschmierstoffen, Internet.