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Dürfen elektrische Betriebsräume zu Kontrollzwecken durch Sicherheitspersonal betreten werden, wenn dieses eine gezielte Sicherheitsunterweisung erhalten hat?

KomNet Dialog 28202

Stand: 02.01.2017

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Gefährdungsbeurteilung > Spezifische Gefährdungen

Dialog
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Frage:

Elektrische Betriebräume dürfen bekanntlich nicht durch Unbefugte betreten werden. Der Zutritt ist nur Elektrofachkräften und elektrotechnisch unterwiesenen Personen (EuP) gestattet. Das Personal unseres Sicherheitsdienstleisters soll nun in diesen Räumen Streifengänge durchführen (= nur reinschauen, nichts anfassen). Reicht für dieses Tätigkeit "Streifengang" eine gezielte Sicherheitsunterweisung über Gefahren durch elektrische Anlagen mit Vorort-Einweisung durch eine Elektrofachkraft aus oder muss jeder, der den elektrischen Betriebsraum alleine betreten will, mindestens als EuP ausgebildet sein?

Antwort:

Uns ist keine Vorschrift bekannt, die den Zugang zu elektrischen Betriebsräumen ausschließlich elektrotechnisch unterwiesenen Personen gestattet.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG in Verbindung mit § 3 Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminimierung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen. Hierzu gehört auch die Beantwortung der Frage, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen das Sicherheitspersonal die elektrischen Betriebsräume im Rahmen von Streifengängen betreten darf. Hierbei sind die örtlichen Gegebenheiten ebenso zu berücksichtigen wie die persönlichen Voraussetzungen des Personals (Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein etc.). Als Ergebnis dieser Betrachtung können Sie durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass für die Tätigkeit "Streifengang" eine gezielte Sicherheitsunterweisung über Gefahren durch elektrische Anlagen mit Vorort-Einweisung durch eine Elektrofachkraft ausreicht.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG hinreichend zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung kann sich der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt/die Betriebsärztin beraten lassen.