Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Gesundheitsgefährungen bei oraler Aufnahme von Asbestfasern

KomNet Dialog 2732

Stand: 01.09.2009

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

Dialog
Favorit

Frage:

Ich habe im Zusammenhang mit Asbest immer nur von einer Gefährdung durch das Einatmen, und dementsprechend Krebserkrankungen im Lungenbereich, gelesen. Aber ist auch mit Krebserkrankungen durch Nahrungsaufnahme zu rechnen? Welche anderen Folgen könnten vorstellbar sein? Bsp.: Eine Person hat sein Essen im Bereich von Asbest-Ausbauarbeiten liegen, bereitet das Essen zu und verspeist es. (Annahme, dass keine Schutzvorkehrungen getroffen worden sind)

Antwort:

Sowohl in epidemiologischen als auch in tierexperimentellen Studien ist die Frage einer krebserzeugenden Wirkung von Asbestfasern nach Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt (orale Aufnahme mit Trinkwasser oder Futter) geprüft worden. In einigen epidemiologischen Studien wurden erhöhte Krebsraten der Speiseröhre, des Magens und des Darms gefunden. Die Erhöhungen waren in der Regel klein und andere Ursachen (z.B. Rauchen) könnten für die beobachteten Erhöhungen ebenfalls verantwortlich sein. In tierexperimentellen Studien mit verschiedenen Spezies (Ratte, Hamster) und Verabreichung über das Futter konnte keine erhöhte Krebshäufigkeit festgestellt werden. Auf der Grundlage dieser Studien kommt die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (ASTDR, 1995) zu dem Schluss, dass die orale Aufnahme von Asbest mit geringen oder fehlenden Risiken bezüglich nicht-kanzerogener Schädigungen verbunden ist. Ob die in epidemiologischen Studien beobachteten erhöhten Krebsraten durch Asbest verusacht wurden, kann nicht beantwortet werden. Angesichts dieser Unsicherheiten sind die nach TRGS 519 erforderlichen Hygienemaßnahmen sinnvoll und sollten beachtet werden. TRGS 519 - Asbest

Stand: 02.08.2004