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Wieviel Kopfhöhe muss im Lichten über einer nicht notwendigen Treppe zur Verfügung stehen?

KomNet Dialog 2707

Stand: 13.08.2009

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
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Frage:

Wieviel Kopfhöhe muss im Lichten über einer nicht notwendigen Treppe zur Verfügung stehen?

Antwort:

Anforderungen an Verkehrswege findet man in der Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV www.baua.de im § 4 Abs. 4. So müssen Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können.
Für Verkehrswege, die gleichzeitig Fluchtwege sind, ist die ASR A2.3"Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und  Rettungsplan" maßgeblich zu beachtendes Regelwerk. Zur Höhe über Fluchtwegen heißt es unter Abschnitt 5 Ziffer 4 ASR A2.3:
"Die lichte Höhe über Fluchtwegen muss mindestens 2,00 m betragen. Eine Reduzierung der lichten Höhe von maximal 0,05 m an Türen kann vernachlässigt werden."
Eine ähnliche Regelung haben auch die alte Arbeitsstättenrichtlinien - ASR www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16486/ - 10/1, Türen und Tore Nr. 2.4.2.2  und ASR 17/1,2, Verkehrswege Nr. 2.4.2.2 zum Inhalt. Danach soll die lichte Mindesthöhe über Wegen 2,00 m betragen. Ausnahmen können nur unter bestimmten Vorraussetzungen (Nr. 2.4.2.3 ASR 17/1,2) gestattet werden und zwar für Wege, die nur der Bedienung und Überwachung dienen, können die angegebenen Breiten und Höhen verringert werden. Ihre Maße richten sich nach den besonderen Verhältnissen und sollten mit b x h = 0,50m x 1,80 m nicht unterschritten werden. Die alten Arbeitststättenrichtlinien sind nur noch entsprechend der Übergangsvorschrift des § 8 ArbStättV anzuwenden.
Ob bei bestehenden Gebäuden eine geringere lichte Höhe aus Bestandschutzgründen toleriert werden kann bzw. welche Ersatzmaßnahmen nötig sind, muss im Einzelfall vor Ort im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung entschieden werden. Die zuständigen Baubehörde und die Arbeitsschutzbehörde sollten ggf. beteiligt werden.

Bei Versammlungsstätten sind das Baurecht www.mbv.nrw.de/bau/index.php wie die Landesbauordnung und die Versammlungsstättenverordnung vorrangig anzuwenden. Erforderliche lichte Mindesthöhen über Verkehrswegen  in Versammlungsstätten können mit dem Arbeitsschutzrecht nicht beantwortet werden, sondern sind mit der zuständigen Baubehörde vor Ort zu klären.

Stand: August 2009