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Muss bei einem Gasverbraucher (Schweißen, Gasbrenner etc.) eine Flammenrückschlagsicherung und eine Schlauchbruchsicherung verwendet werden?

KomNet Dialog 27055

Stand: 18.07.2016

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

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Frage:

Muss bei einem Gasverbraucher (Schweißen, Gasbrenner etc.) eine Flammenrückschlagsicherung und eine Schlauchbruchsicherung verwendet werden?

Antwort:

Das Arbeitsmittel muss den in § 5 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - genannten Anforderungen entsprechen und gemäß den in § 6 BetrSichV aufgeführten grundlegenden Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln betrieben werden. Die TRBS sind für den sicheren Betrieb heranzuziehen.

Weitere Informationen sind den berufsgenossenschaftlichen Regelwerken, hier insbesondere der DGUV Regel 100-500 (bisher: BGR 500) "Betreiben von Arbeitsmitteln" zu entnehmen. Dort heißt es u. a. in Kapitel 2.26:

3.15 Sicherheitseinrichtungen
3.15.1 Gefährdungen durch Flammendurchschlag, Gasrücktritt oder Nachströmen von Gas sind wie folgt zu verhindern:
1.  Entnahmestellen an Verteilungsleitungen sind mit der Gasart und dem Druck entsprechenden      Sicherheitseinrichtungen (Entnahmestellensicherungen)
    und
2. Einzelflaschenanlagen sind mit der Gasart und der Betriebsweise entsprechenden Sicherheitseinrichtungen     (Einzelflaschensicherungen) auszurüsten.
An eine Sicherheitseinrichtung darf nur e i n Verbrauchsgerät angeschlossen sein.
        Dies wird z.B. erreicht, wenn Sicherheitseinrichtungen gemäß DIN EN 730-1
        „Gasschweißgeräte; Sicherheitseinrichtungen; Teil 1: Mit integrierter Flammensperre“
        eingesetzt werden.
        Als e i n Verbrauchsgerät gilt auch ein Gerät mit mehreren Brennern, sofern
        diese eine Einheit bilden, z.B. eine Brennschneidmaschine.


3.15.2 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Flüssiggas-Einzelflaschenanlagen und -Flaschenbatterieanlagen unmittelbar hinter dem Druckminderer mit einer selbsttätig wirkenden Sicherheitseinrichtung zur Absperrung der Gaszufuhr
ausgerüstet sind, wenn mit Schlauchbeschädigungen zu rechnen ist. Dies gilt nicht, wenn Brenner
-   mit Schläuchen bis höchstens 400 mm Länge angeschlossen
    oder
-   aus Flüssiggasbehältern bis zu 1 l Rauminhalt (0,425 kg Füllgewicht) versorgt
werden.
...

In der DGUV Information 209-011 (bisher: BGI 554) "Gasschweißer" wird unter dem Punkt 2 "Umgang mit Geräten und Einrichtungen" näher auf die Thematik eingegangen. Besonders hervorzuheben ist hier der Punkt 2.5 "Umgang mit Sicherheitseinrichtungen".

Unter dem Punkt 5.1 "Arbeiten in engen Räumen" wird unter 5.1.2 "Schutzmaßnahmen" näher auf die Schlauchbruchsicherung eingegangen. Dort heißt es:

Der Einbau selbsttätig wirkender Schlauchbruchsicherungen in Sauerstoffschläuche wird empfohlen. Bei längeren Arbeitsunterbrechungen, z. B. Frühstückspausen, Schichtwechsel, sind Brenner und Schlauchleitungen aus dem engen Raum zu entfernen oder von den Entnahmestellen zu trennen.

Hinweise:
Auf die Informationen der EIGA möchten wir hinweisen.

Als relevante Normen können auch die DIN EN 298 "Feuerungsautomaten für Gasbrenner und Gasgeräte mit oder ohne Gebläse"und die DIN EN 676 "Automatische Brenner mit Gebläse für gasförmige Brennstoffe" herangezogen werden. Normen können kostenpflichtig über den Beuth-Verlag bezogen werden.