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Sollten z.B. Trennmittel, die Dichlormethan enthalten noch eingesetzt werden? Ist das Krebsrisiko vernachlässigbar gering?

KomNet Dialog 2695

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
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Frage:

In einigen Betrieben werden Trennmittel verwendet, die als Lösemittel Dichlormethan (Methylenchlorid) enthalten. Dieses Lösemittel ist als möglicherweise krebserzeugend (Kategorie 3) eingestuft. Das Gebinde ist entsprechend gekennzeichnet. Der Hersteller des Trennmittels verweist bei Rückfrage (Ersatzprüfung) auf die positiven Eigenschaften des Dichlormethans und dass das Lösemittel sehr schnell verdunstet. Auf mögliche Gesundheitsgefahren geht er nicht näher ein. Frage: Sollten z.B. Trennmittel, die Dichlormethan enthalten noch eingesetzt werden? Ist das Krebsrisiko vernachlässigbar gering?

Antwort:

Dichlormethan hat insbesondere die Gesundheitsgefahr, dass es nach Inhalation zu einer Erhöhung des CO-Hb-Gehaltes kommt. Es kann daher zur Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Ersticken führen. Aus diesem Grund sind bei Anwendung von dichlormethanhaltigen Lösemittel in unzureichend gelüfteten Räumen bereits eine Reihe schwerer Unfälle, zum Teil mit Todesfolge, aufgetreten.

Weiterhin ist Dichlormethan von der EG-Kommission in die Kategorie 3 der krebserzeugenden Stoffe eingestuft: »Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben...«.

Aus den v.g. Gründen ist es deshalb zwingend erforderlich, dass der Arbeitgeber prüfen muss, ob Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse mit einem geringeren gesundheitlichen Risiko als das bisher verwendete Dichlormethan erhältlich sind. Ist ihm die Verwendung dieser Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse zumutbar und ist die Substitution zum Schutz von Leben und Gesundheit der Arbeitnehmer erforderlich, so darf er nur diese verwenden.

Kann der Schutz von Leben und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch das Auftreten von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz nicht durch andere Maßnahmen gewährleistet werden, muss der Arbeitgeber prüfen, ob durch eine Änderung des Herstellungs- und Verwendungsverfahrens oder durch den Einsatz von emissionsarmen Verwendungsformen von Gefahrstoffen deren Auftreten am Arbeitsplatz verhindert oder vermindert werden kann. Ist dies technisch möglich und dem Arbeitgeber zumutbar, muss der Arbeitgeber die erforderliche Verfahrensänderung vornehmen oder die emissionsarmen Verwendungsformen anwenden. Das Ergebnis der Ersatzstoff- bzw. Ersatzverfahrens-Prüfung ist schriftlich festzuhalten.

Die von Ihnen geschilderte Begründung ist demnach nicht ausreichend und lässt nicht erkennen, dass eine weitere Verwendung von Dichlormethan zwingend erforderlich wäre.

Der Arbeitgeber hätte somit dichlormethan-freie Produkte zu verwenden.

Stand: 24.06.2004