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Sind Dämpfe durch Lötrauch gesundheitsgefährdend? Was kann ich als Arbeitnehmer zu meinem Schutz tun?

KomNet Dialog 2688

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen

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Frage:

Ich arbeite in einem Betrieb, in dem Fotovoltaik-Module hergestellt werden. Es gibt dort 8 Arbeitsplätze, an denen mittels elektrischer Lötkolben Reparaturarbeiten durchgeführt werden müssen. Zwar sind nie alle Plätze in Gebrauch; Es gibt allerdings auch keine Absaugvorrichtungen! Aber es entstehen dort Dämpfe, die eingeatmet werden! Da sich in dieser Hinsicht weder die Geschäftsführung, noch der Sicherheitsbeauftragte und auch nicht der Betriebsrat um die Gesundheit der Mitarbeiter Sorgen macht, hier nun meine Fragen : Was kann ich tun? Wie können Sie helfen?

Antwort:

Nach einer Untersuchung des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitssicherheit (BIA) Sankt Augustin von 2004 können die beim Weichlöten entstehenden Lötrauche eine Reizung der Atmungsorgane und der Augen verursachen. Dies stellt eine Gesundheitsgefährdung dar. Allerdings gilt diese Aussage im wesentlichen für Arbeitsplätze, an denen ständig über 8 Stunden gelötet wird. Auch für Reparaturarbeitsplätze mit Löttätigkeiten müssen nach §§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz Gefährdungsbeurteilungen angefertigt werden. Nach der Gefahrstoffverordnung muss sich der Arbeitgeber davon überzeugen, ob an diesen Arbeitsplätzen mit Gefahrstoffen umgegangen wird. Ein erster Schritt zur Veranlassung dieser Überprüfung durch den Arbeitnehmer könnte die Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber, z.B. über den Arbeitsschutzausschuss (in Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz vorgeschrieben), den Betriebsrat oder die Sicherheitsfachkraft sein. Sind Beschäftigte auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, dass die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, und hilft der Arbeitgeber darauf gerichteten Beschwerden von Beschäftigten nicht ab, können sich diese an die zuständige Arbeitsschutzbehörde (in NRW: www.arbeitsschutz.nrw.de) wenden. Hierdurch dürfen den Beschäftigten keine Nachteile entstehen. (§ 17 Arbeitsschutzgesetz)