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KomNet-Wissensdatenbank

Wird bei einem individuellem Beschäftigungsverbot im Rahmen der Lohnfortzahlung auch der Beitrag der privaten Krankenversicherung weiterbezahlt?

KomNet Dialog 26541

Stand: 04.05.2016

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Entgeltzahlung

Dialog
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Frage:

Ich bin Mitglied einer privaten Krakenversicherung und mein Frauenarzt hat jetzt ein individuelles Berufsverbot in der Schwangerschaft ausgesprochen. Wird im Rahmen der Lohnfortzahlung auch der Anteil des PKV-Beitrages (bisher 50%) weiterhin bezahlt oder muss ich jetzt diesen Beitrag zu 100 % allein tragen?

Antwort:

Ja. Bei der Ermittlung des maßgebenden Durchschnittsverdienstes gemäß § 11 Mutterschutzgesetz sind alle im Bemessungszeitraum erzielten Zulagen, Sozialzuschläge, Vergütungen für Überstunden, Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft sowie Zeitzuschläge zu berücksichtigen. Dazu zählt auch der von Ihnen angesprochene Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung.

Arbeitnehmerinnen, die nicht selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind (z. B. privat krankenversicherte oder in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversicherte Frauen), erhalten Mutterschaftsgeld in Höhe von insgesamt höchstens 210 Euro. Zuständig hierfür ist das Bundesversicherungsamt (Mutterschaftsgeldstelle), Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, Telefon 0228 619-1888. Ausführliche Informationen und Antragsformulare stehen im Internet zur Verfügung:
www.mutterschaftsgeld.de

Die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber hat auch diesen Arbeitnehmerinnen den Unterschiedsbetrag zwischen 13 Euro und dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt zu zahlen.

Wenn Sie Beamtin sind, haben Sie keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld durch das Bundesversicherungsamt. Es gibt aber vergleichbare Regelungen. Wenden Sie sich diesbzgl. bitte an Ihren Dienstherrn. Für Nordrhein-Westfalen ist in diesem Zusammenhang die "Verordnung über die Freistellung wegen Mutterschutz für Beamtinnen und Richterinnen, Eltern - und Pflegezeit, Erholungs- und Sonderurlaub der Beamtinnen und Beamten und Richterinnen und Richter im Land Nordrhein-Westfalen" relevant (Freistellungs- und Urlaubsverordnung NRW - FrUrlV NRW). 

Auf die Informationen des Leitfadens zum Mutterschutz sowie https://www.mais.nrw/mutterschutz weisen wir hin.