Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist Telearbeit am heimischen Arbeitsplatz nur mit Laptop und ohne Monitor zu bewerten?

KomNet Dialog 2637

Stand: 06.06.2014

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Telearbeit, Homeoffice

Dialog
Favorit

Frage:

Ich bin seit einigen Jahren alternierender Telearbeiter (2 Tage pro Woche). Als Ausstattung des heimischen Arbeitsplatzes wurde mir vom Arbeitgeber - neben dem Laptop - externe Tastatur, Maus und Drucker zur Verfügung gestellt. Ich arbeite an einem Winkel-Schreibtisch, auf dem sich auch Monitor, Tastatur und Maus meines Privat-PCs befinden. Damit genügend Arbeitsfläche übrig bleibt, habe ich - auf eigene Kosten - Schalter und Kabel beschafft, um Privat-Monitor, Tastatur, Maus und Drucker zwischen Laptop und Privat-PC zu `sharen`. Fragen: Wie ist Telearbeit am heimischen Arbeitsplatz nur mit Laptop und ohne Monitor zu bewerten? Kann ich vom Arbeitgeber die Erstattung meiner Auslagen für die Schalter und Kabel verlangen?

Antwort:

Die Arbeitsschutzvorschriften gelten für alle Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob sie Telearbeit leisten oder nicht. Somit gilt die Bildschirmarbeitsverordnung auch für alternierende häusliche Telearbeitsplätze.

Laptops und Notebooks erfüllen nicht die ergonomischen Voraussetzungen an Bildschirmgeräte, wie sie in klassischen Büroräumen verlangt werden. Die Tätigkeit an derartigen Geräten sollte daher zeitlich begrenzt sein. In Ihrem Fall beträgt die zeitliche Begrenzung 2 Tage pro Woche. Dies sehen wir aus ergonoischer Sicht noch als unbedenklich an, sofern keine besonderen Voraussetzungen vorliegen. Der Arbeitgeber hat diese Abwägung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, wobei er sich vom Betriebsarzt und der Sicherheitsfachkraft beraten lassen sollte. Bei häufigem Einsatz von Laptops sollte eine Docking-Station mit getrenntem Bildschirm und eigener - ergonomischer - Tastatur zur Verfügung gestellt werden.

Nicht ausreichend ist ein Laptop beispielsweise auch bei Tätigkeiten, bei denen eine spezielle Auflösung des Monitors erforderlich ist wie umfangreiche Tabellenkalkulationen, CAD-Bearbeitung u.ä.

Die Erstattung der Auslagen für die Hardware (Schalter, Kabel) sollte über die Betriebsvereinbarung zur Teleheimarbeit geregelt werden. Bitte sprechen Sie den Arbeitgeber oder die betriebliche Interessenvertretung darauf an.

Umfangreiche Hinweise zur sicheren und gesundheitsgerechten Gestaltung von Telearbeit finden sich z.B. in den entsprechenden Broschüren der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft oder der Hans-Böckler-Stiftung.