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Müssen Mühlen, in denen Kunststoffreste gemahlen werden, der Richtlinie 94/9 EG und der Betriebsraum der Mühle den Ex-Vorschriften entsprechen?

KomNet Dialog 2623

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

Explosionsschutz: Müssen Mühlen, in denen Kunststoffreste gemahlen werden, wobei natürlich auch Staub anfällt, der Richtlinie 94/9 EG entsprechen? Muss der Betriebsraum in dem diese Mühle steht den Ex - Vorschriften entsprechen?

Antwort:

Entscheidend für die Beantwortung der Frage ist die Art des Kunststoffs (z.B. PE, PP oder PVC) und die Körnung der erzeugten Partikel. Gleichen die in der Mühle erzeugten Partikel eher einem handelsüblichen Granulat und fällt praktisch kein feiner Abrieb an, so dürfte eine Explosionsgefahr nicht bestehen. Wird eher eine Art Pulver erzeugt, so wird man grundsätzlich eine Explosionsgefahr unterstellen müssen.

Nähere Untersuchungen führen spezielle Institute durch. Anhaltspunkte liefert die BGI 747 (Sicherheitstechnische Kenngrößen- Ermitteln und Bewerten), im Internet zu finden unter http://publikationen.dguv.de. Falls ein explosionsfähiges Gemisch in gefahrdrohender Menge innerhalb der Mühle auftreten kann, unterliegt diese der 11. GPSGV bzw. der RL 94/9/EG. In jedem Fall muss der Hersteller der Mühle in der Betriebsanleitung eine Aussage treffen, welche Stoffe vermahlen werden dürfen.

Eine Einstufung der Mühle als explosionsgeschützt trifft noch keine Aussage hinsichtlich des Raumes. Ist die Mühle hinreichend dicht und treten auch keine Staubablagerungen auf, die durch ein Primärereignis aufgewirbelt und so zu einer explosionsfähigen Atmosphäre im Aufstellungsraum werden können, muss der Raum nicht zwangsläufig explosionsgefährdet sein. Dies näher zu untersuchen, ist Gegenstand des bei einem "Anfangsverdachts" erforderlichen Explosionsschutzdokumentes.